Teils zu mild und zu viel Regen. Das Wetter hat dem Einzelhandel in diesem Jahr vielerorts das Weihnachtsgeschäft verdorben. Zwar werden wieder viele Geschenke unter dem Christbaum landen - vor allem Smartphones, Tablet-Computer, Bücher, Düfte und Schmuck. Doch insgesamt klingelten die Kassen in den Läden bislang viel weniger als erwartet. Jetzt hoffen die Unternehmen noch auf gute Geschäfte an Heiligabend und nach dem Fest, wenn Gutscheine und Bargeld-Geschenke eingelöst werden.
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Online-Handel hat Grund zur Freude
In Festtagslaune sind hingegen die Internethändler. Dort füllten sich die Warenkörbe deutlich mehr als vorhergesagt; viele Kunden orderten ihre Geschenke lieber bequem per Mausklick am Computer oder via Smartphone.
Die Deutschen zeigten sich in diesem Jahr offenbar weniger in Konsumstimmung als sonst. Euro-Schuldenkrise und der Arbeitsmarkt bereiteten den Verbrauchern zum Jahresende Sorgen, beobachteten die GfK-Konsumforscher. Der Handelsverband Deutschland (HDE) spricht daher nur von einem bisher verhaltenen Verlauf des Weihnachtsgeschäfts, auch wenn in der letzten Woche vor dem Fest mehr Menschen in den Geschäften waren. Rappelvoll war es besonders in den Innenstädten und Stadtteilzentren, in ländlichen Regionen blieb es eher ruhig. Ursprünglich peilten die rund 400.000 Einzelhändler erstmals einen Umsatz von mehr als 80 Milliarden Euro an. Ob das Ziel erreicht wird, zeigt sich frühestens Ende Januar, wenn die endgültigen Zahlen vorliegen.
Mit einem deutlich höheren Umsatz als zunächst prognostiziert rechnet der Bundesverband des Versandhandels. Ursprünglich hatte die Branche einen Umsatz von 7,6 Milliarden Euro erwartet. Jetzt dürften es rund 8 Milliarden werden und damit 17,6 Prozent mehr als 2011. Der HDE war ursprünglich sogar nur von 7,4 Milliarden Euro ausgegangen. Allein im reinen Internethandel dürften 5,6 Milliarden Euro umgesetzt werden (plus 27,3 Prozent). Besonders viel seien Klamotten und Schuhe, Bücher, elektronische Geräte sowie Schmuck und Spielzeug bestellt worden.
Von dem Online-Boom zu Weihnachten profitierten auch die Paketzusteller erneut. Die Postdienste hatten alle Hände voll zu tun. Allein in der Woche vor Heiligabend waren rund 40 Millionen Pakete und Päckchen unter den Tannenbaum zu liefern.


