Mit einem Klick folgen gestrickte Fingerpuppen auf selbstgenähte Taschen und Designermöbel. Eine Mischung, mit denen Online-Marktplätze seit Jahren einen Nerv zu treffen scheinen. "Es gibt einen Trend hin zu Produkten, die einzigartig sind oder einen Wert bieten, der über das rein Materielle hinausgeht", sagt Dawanda-Gründerin Claudia Helming. Auf ihrer Internet-Plattform bieten Verkäufer ihre selbstgestalteten Produkte in niedriger Stückzahl an. Seit der Marktplatz vor sechs Jahren aus der Taufe gehoben wurde, sind die Nutzerzahlen kontinuierlich gestiegen.
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Konsum als Ausdruck der Individualität
Inzwischen hat Dawanda über zwei Millionen Nutzer. Für dieses Jahr wird ein Umsatz von sieben Millionen Euro erwartet - nach 4,5 Millionen Euro im Vorjahr. Der Handelsexperte Jörg Funder von der Fachhochschule Worms sieht dahinter einen klaren Trend: "In einer Gesellschaft, wo eigentlich jeder alles hat, wird Konsum wieder Ausdruck der Individualität", meint er. "Wir waren ja sehr lange in einem sehr preisgetriebenen Segment. Und das haben wir hinter uns."
Kunden überwiegend weiblich
Laut Kati Krause, Sprecherin des Dawanda-Konkurrenten Etsy, wollen Käufer inzwischen nicht nur Produkte, die sonst keiner hat, sondern auch Informationen über den Verkäufer, den sonst keiner kennt. Die sei über die Online-Marktplätze möglich: "Das ist im Augenblick das Transparenteste, was du haben kannst - außer, du wohnst direkt neben dem Hersteller." Ein Trend, der vor allem Frauen anzuziehen scheint: Der typische Dawanda-Kunde sei weiblich, sagt Helming. "Der hat nur sehr wenig männliche Gene."


