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Sonntag, 23.12.2012 11:01

Böser Klatsch im Netz - Wenn Cybermobbing tödlich endet

aus dem Bereich Sonstiges

Klatsch und Tratsch im Internet ist leicht verbreitet: Ein Klick und ein fieses Bild oder ein gemeiner Kommentar sind für jeden sichtbar. Welch schreckliche Folgen Cybermobbing haben kann, zeigen die Fälle von Winsie und Amanda Todd aus dem diesem Jahr.

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Mobbing verlagert sich ins Internet

Ein peinliches Foto macht im Internet die Runde. Die Kanadierin Amanda wird wegen des Bildes von ihren Mitschülern beleidigt und gehänselt, sie bekommt Panikattacken und Depressionen. In den Niederlanden postet Winsie nach einem Streit auf Facebook Gerüchte über ihre Freundin. Die Gekränkte rächt sich grausam. Am Ende sind die beiden 15-jährigen Mädchen Winsie und Amanda tot.

Mobbing unter Teenagern gibt es längst nicht mehr nur auf dem Schulhof. Die Lästereien und Beschimpfungen gehen oft im Internet weiter oder fangen erst dort an. Das Tückische: Cybermobbing kann jeder mitlesen, und jeder kann mitmachen. Und das Netz erscheint anonym: "Bei Kommentaren im Internet fallen Gestik und Mimik weg. Da weiß niemand genau: Ist das jetzt ein Scherz oder ernst gemeint?", sagt die Psychologin Stephanie Pieschl. Sie beschäftigt sich an der Universität Münster mit den Ursachen und Folgen von Cybermobbing.

Verhängnisvolles Foto treibt Amanda Todd in den Suizid

Der Tod der beiden jungen Frauen hat in Kanada und in den Niederlanden - aber auch weltweit - Entsetzen ausgelöst. Das Martyrium von Amanda Todd beginnt, als sie in der siebten Klasse ist. Sie chattet mit Männern, die ihr Komplimente machen, einer bittet sie um ein Foto ihrer nackten Brüste. Als sie es ihm mailt, ahnt sie nicht was passieren würde. Der Mann schickt das Foto an ihre ganze Schule und lädt es bei Facebook hoch. Das Mädchen wird beschimpft und geschlagen, flüchtet sich in Drogen und Alkohol.


Im Oktober 2012 nimmt sich Amanda Todd das Leben - und wird zu einer Symbolfigur gegen Cybermobbing. Kurz vor ihrem Suizid sendet sie einen letzten Hilferuf aus der Nähe der westkanadischen Stadt Vancouver. Auf der Videoplattform YouTube lädt die 15-Jährige ein Video von sich hoch: Sie hält Karteikarten in die Kamera und erzählt ihre Leidensgeschichte. Jede Nacht habe sie geweint und alle ihre Freunde verloren. "Ich kann das Foto nie zurückholen. Es wird immer irgendwo da draußen sein." Sie erntet nur Häme, keine Hilfe.

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    Zuletzt kommentiert von G A S T am 25.12.2012 um 00:44 Uhr
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