Es werde Licht: Seit einigen Monaten drängt eine neue Generation von E-Book-Readern auf den Markt, die sich vor allem durch ihre integrierte Display-Beleuchtung auszeichnet. Erstmals von der US-Buchhandelskette Barnes&Noble mit ihrem Modell Nook Glow realisiert, hat mittlerweile nahezu jeder einschlägige Hersteller einen illuminierten E-Book-Reader zu bieten – neben Branchengrößen wie Amazon und Kobo etwa auch das französische Unternehmen Bookeen. Dessen neuer 6-Zoll-Reader Cybook Odyssey HD FrontLight ist in Deutschland seit wenigen Tagen exklusiv bei Thalia zu haben. Doch lohnt sich angesichts der starken Konkurrenz von Kindle Paperwhite und Kobo Glo der Griff zum Underdog? Wir haben uns den schimmernden Franzosen einmal näher angesehen.
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Gute Verarbeitung, aber nicht makellos
Der HD FrontLight kommt in einer schmalen Pappschachtel, die sich nach oben aufklappen lässt. Darin befinden sich neben dem E-Reader selbst lediglich eine dünne Schnellstartanleitung sowie ein USB-Kabel. Letzteres dient der alternativen Zufuhr von Lesestoff über einen Computer und wird zum Aufladen des integrierten Lithium-Polymer-Akkus (1.600 mAh) benötigt. Nicht im Lieferumfang enthalten ist hingegen ein Netzteil für die normale Steckdose. Dieses lässt sich aber entweder separat erwerben oder von vorhandenen Geräten – etwa einem Navigationssystem – entlehnen. Die Verarbeitung des HD FrontLight kann auf den ersten Blick überzeugen. Die in schwarz-grau gehaltene Oberfläche des Gehäuses ist mattiert und fühlt sich wertig an. Dank eines griffigen Materialmix' liegt der E-Reader insgesamt sicher in der Hand. Obwohl sich die metallische Rückseite vergleichsweise glatt anfühlt, kommt auch dort zu keiner Zeit ein rutschiges Gefühl auf - wenn die Fläche Fingerabdrücke auch fast magisch anzuziehen scheint.

Übersichtlicher Lieferumfang: Reader, Kurzanleitung und USB-Ladekabel. Bild: onlinekosten.de
Wermutstropfen der Konstruktion waren bei unserem Testgerät allerdings die seitlich angebrachten physischen Blättertasten, die den Gesamteindruck trotz einwandfreier Funktionalität leicht trübten. Vor allem der linke Knopf erschien nachlässig eingesetzt, wackelte im Vergleich zum rechten Pendant auffällig in seiner Halterung und stand ein wenig aus dem Rahmen heraus. Auch die Spaltmaße beider Tasten wiesen kleinere Abweichungen auf. Ebenfalls etwas klapprig wirkte die auf der unteren Frontseite eingelassene Hauptmenütaste. Wirklich stören dürften sich daran jedoch die Wenigsten. Die vierte Taste, der Ein- und Ausschalter, sitzt fest in seiner Verankerung und befindet sich an der unteren Kante auf der rechten Seite. Links davon hat Bookeen einen Einschub für Micro-SD-Karten mit einem Speicherplatz von bis zu 32 Gigabyte (GB), die Micro-USB-Buchse zum Anschluss des Lade- und Übertragungskabels sowie ein Ladekontrolllämpchen angeordnet. Dieses zeigt an, ob der Energiespeicher bereits ausreichend befüllt wurde: Während des Ladevorgangs leuchtet die LED orange, nach dem Abschluss wechselt sie zu grün. Auf eine animierte Display-Anzeige nach Smartphone-Manier wurde hingegen verzichtet.

Die seitlichen Blättertasten machen keinen besonders wertigen Eindruck, an der unteren Kante finden sich verschiedene Schnittstellen und der Ein-Aus-Schalter. Bilder: onlinekosten.de
Erste Inbetriebnahme - in 20 Sekunden von 0 auf 100
Die erste Inbetriebnahme des HD FrontLight geht mit einigen wenigen Konfigurationsschritten einher. Nach einem Startvorgang von rund 20 Sekunden erscheint zunächst eine Sprachauswahl mit 23 Varianten. Anschließend wechselt das Gerät zur dreigliedrigen Startansicht. Auf dieser sind neben einem Einstellungsmenü, in dem sich unter anderem Optionen für WLAN-Netzwerk, automatischen Ruhezustand und Seiten-Auffrischungsrate befinden, eine Übersicht der zuletzt gelesenen E-Books, die Bibliothek sowie zunächst noch das Logo des Bookeen E-Book-Store zu sehen. Nach dem ersten Antippen wird für den direkten E-Book-Abruf per WLAN aber der deutsche E-Book-Shop von Thalia dauerhaft voreingestellt. Neben dem Shop-Zugriff verbirgt sich im unteren Drittel der Hauptseite zudem der Browser, über den – soweit vorhanden - auch Firmware-Updates automatisch heruntergeladen werden. Mit einem Fingerwisch nach links erscheinen darüber hinaus die als Favoriten gespeicherten Websites.

Der Thalia-Shop ist direkt über die Startseite zugänglich, ebenso der Browser. Bilder: onlinekosten.de
Standardmäßig sind hier bereits Google, die französische Zeitung "Le Monde", Wikipedia sowie die Homepage des "Projekt Gutenberg" vermerkt, eigene Seiten lassen sich im Browser hinzufügen. Abgesehen von den technologischen Eigenheiten der E-Ink-Anzeige und einigen wenigen Anzeigefehlern funktioniert das Surfen dabei erstaunlich gut. Für den gelegentlichen Abruf von Nachrichten oder E-Mails ist der Browser allemal ausreichend. Gleichzeitig ermöglicht er es, ohne PC bei weiteren Händlern nach E-Books zu stöbern oder Ausleih-Dienste zu nutzen – eine Zwangsbindung an den Shop von Thalia existiert nicht. Gleichwohl genießt dieser als einziger das Startseiten-Monopol.


