Seitdem sich Smartphones und Tablets mehr und mehr durchgesetzt haben und Streaming-Anbieter wie Napster dafür sorgen, dass sich bei so manchem Musikfreund die CDs in einer angestaubten Kiste auf dem Dachboden stapeln, greifen viele zum mobilen Musikhören auf Handy oder Tablet zurück. Schließlich ist es nicht unpraktisch, gleichzeitig einen Browser und Apps auf nur einem Gerät nutzen zu können. Ohne Mobilfunk gibt es diese Kombi auch auf aktuellen Android-Playern und dem iPod touch. Diesen hat Apple zusammen mit dem iPod nano und iPod shuffle im Oktober aktualisiert. Ein guter Zeitpunkt, um die neuen Mitglieder der Mediaplayer-Familie auszuprobieren. Ein Nachteil wird allerdings bereits beim Blick auf die Apple-Website deutlich: Durch den Wegfall kleiner Speichergrößen steigt der Preis.
Anzeige
| ||
Apple iPods 2012 im Test - Inhalt
- Seite 1: Updates, EarPods und Äußerlichkeiten des iPod touch
- Seite 2: iPod touch Part II: Retina-Display, iOS und Apps, Fotofunktion
- Seite 3: Neuer iPod nano, Fazit und Test-Tabelle
Was hat Apple verändert? Beim kleinen iPod shuffle nicht viel. Er hat nur neue Farben erhalten, um sich optisch den aktuellen Modellreihen der großen Brüder anzupassen. Dort fallen die Änderungen umfangreicher aus. So ist der iPod nano nach einem kurzen Ausflug in die Miniaturwelt der Generation 6, die erstmals einen Touchscreen enthielt, in Generation 7 wieder gewachsen, dabei aber dünner als zuvor. Analog zum Gehäuse hat sich auch das Display ausgedehnt, das nun 2,5 Zoll misst. Mit dem Home-Button sieht der nano nun wie eine Mini-Version des iPod touch aus. Dieser hat ebenfalls ein Facelift erhalten und ist in der 5. Generation dünner, leichter und mit iOS 6 samt Siri und iCloud bestückt.

Rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft hat Apple seine iPods aktualisiert. Bild: Apple
Neue Ohrhörer: Nicht für jeden bequem

Die Apple EarPhones (li) und die neuen EarPods (re). Bild: onlinekosten.de
Zusätzlich hat Apple beim iPod touch und auch beim nano die Ohrhörer getauscht; beide werden mit den neuen EarPods geliefert. Sie sollen "mehr Menschen als jeder andere Ohrhörer" passen, verspricht Apple. Da sie im Gegensatz zu In-Ear-Hörern weder eine weiche Gummi-Beschichtung noch wechselbare Aufsätze vorweisen können, ist das gar nicht so einfach in die Praxis umzusetzen. In unserem Test saßen sie zwar fest im Ohr und fielen nicht heraus, sodass auch eine Tanzeinlage oder Joggingrunde drin sein müsste. Als bequem wird sie aber nicht jeder empfinden. Während sie dem einen passen, drücken sie im Ohr des nächsten. Gepolsterte Modelle haben es da leichter. Klanglich reichen sie aus, sodass nicht zwangsläufig andere Ohrhörer angeschafft werden müssen. Der Sound ist ausgewogen und klar, wobei uns hochwertige In-Ear-Exemplare aber immer noch lieber sind. Nichtsdestotrotz ist eine Verbesserung gegenüber den bisherigen Apple-Ohrhörern feststellbar, insbesondere bei Bässen.

Die aufgefrischten iPods: Mit der Gerätegröße steigt auch der Umfang der Neuerungen. Bilder: onlinekosten.de
Aktueller iPod touch mit sehr dünnem Gehäuse
Nur Durchschnitt ist der Lautsprecher-Sound des neuen iPod touch, der zu flach und deutlich schlechter als aus dem großen iPad klingt. Angesichts des sehr dünnen Gehäuses ist das zu verschmerzen: Der iPod touch 5 ist mit Abmessungen von rund 123x59x6,1 Millimetern und einem Gewicht von 88 Gramm dünner und leichter als das iPhone 5, das ebenfalls auf ein 4 Zoll großes Display setzt. Optisch macht ein so dünnes Gerät viel her, wenn denn die Verarbeitung mithalten kann. Und hier gibt sich Apple keine Blöße, das in sechs Farben verfügbare Aluminium-Gehäuse wirkt stabil und kratzfest und auch an der Vorderseite wurde ordentlich gearbeitet.
Schnittstellen gibt es nur zwei Stück, und zwar einen Kopfhöreranschluss und den neuen "Lightning"-Ausgang für Datenaustausch und Akkuladen, dem es egal ist, wie herum der Stecker eingeklinkt wird. Der Nachteil für diejenigen, die bereits einen älteren iPod touch und passendes Zubehör hatten: Die Docking-Stationen, Lautsprecher-Docks und Adapter für den alten Anschluss passen nicht. Es sei denn, der Kunde kauft einen zusätzlichen Adapter, um den neuen iPod touch mit Geräten für den früheren 30-pin-Dock-Connector zu verbinden. Einen Kartenleser, um den Speicher nachträglich aufzustocken, hat der touch nicht. Da Apple jedoch nur noch 32 oder 64 Gigabyte (GB) anbietet und damit die Varianten mit 8 und 16 GB abgeschafft hat, ist das nicht weiter tragisch.
So spartanisch wie die Ports fällt auch die Auswahl an Bedienknöpfen aus. Ein-/Ausschalter, Lautstärketasten, die sich als Auslöser für die Kamera zweckentfremden lassen, und ein durch iPhone und iPad bekannter Home-Button lassen sofort durchscheinen, dass die Steuerung in erster Linie per Touchscreen erfolgt. Um ein mitgeliefertes Trageband zu befestigen, befindet sich auf der Rückseite des iPods eine kleine Halterung, die sich per Druck ausfahren lässt. Allerdings zeigte sich diese zumindest bei unserem Testmodell nicht gewillt, sich mit dem Band wieder zu schließen. Mit herkömmlichem Druck konnten wir die Schlaufe leider nicht befestigen.


