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Dienstag, 30.10.2012 17:01

Aufstieg: Karrierekick für Apple-Star Jony Ive

aus dem Bereich Computer

Als Apple-Gründer Steve Jobs vor gut einem Jahr starb, stand die Frage im Raum, wer ihn in der Rolle des Chef-Visionärs ersetzen würde. Jetzt gibt es eine Antwort: Der langjährige Chefdesigner Jony Ive. Der Brite bekommt zusätzlich auch die General-Verantwortung für das Software-Design übertragen und rückt damit ins Zentrum des Apple-Universums. Ive wird zusätzlich zur Design-Verantwortung konzernweit für das "Human Interface" zuständig sein - also für die Gestaltung auch der Software und letztlich das Zusammenspiel von Mensch und Gerät. Bisher hatte nur Steve Jobs selbst eine solche Machtfülle - auch wenn der "iGott" bei Apple natürlich das letzte Wort in allen Fragen hatte. Der 45-jährige Ive muss jetzt beweisen, dass er die Fußstapfen des legendären Gründers beim wertvollsten Unternehmen der Welt ausfüllen kann.

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Rote Karte für Konkurrent Forstall

Apple-Chef Tim Cook hat mit seiner Personalrochade die Chefetage komplett neu ausgerichtet. Genauso wichtig wie der Aufstieg von Ive ist auch der Fall seines langjährigen internen Rivalen Scott Forstall. Der Mann, der mit der Softwareplattform iOS das Betriebssystem für die beiden wichtigsten Apple-Produkte - iPhone und iPad - lieferte, ist raus aus dem Rennen. Ebenso wie Apple-Store-Chef John Browett wurde Forestall der "New York Times" zufolge "gefeuert", auch wenn dies nicht in der offiziellen Mitteilung von Montag steht.

Forestall war für den misslungenen Kartendienst verantwortlich, mit dem Apple zuletzt seine Kunden verärgerte. Er habe oft seine Nähe zu Jobs betont und sich geweigert, mit anderen Top-Managern zu kooperieren, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Apple-Insider am Dienstag.

Biograf: Nur Doppelspitze kann Jobs ersetzen

Jony Ive
Romantik vs Business: Jony Ive soll helfen, Steve Jobs zu ersetzen. Bild: Apple

Ive und Cook als Spitzenteam - das ist die Lösung, die Jobs-Biograf Walter Isaacson schon im vergangenen Jahr für die beste Möglichkeit hielt. Ein Mann schaffe es definitiv nicht, Steve Jobs zu ersetzen - "aber zwei können es", meinte er in der "New York Times". Der neue Konzernchef Tim Cook stehe für die "Business-Seite von Steves Gehirn". Designchef Jony Ive hingegen verkörpere die künstlerische, emotionale, romantische Hälfte von Jobs, schwärmte Isaacson, der für die Biografie viele Stunden mit dem Apple-Gründer in dessen letzten Jahren verbracht hatte.

Ive, geboren in London, war schon nach seinem Industriedesign-Studium in Großbritannien unter den Gründern der Design-Agentur Tangerine. Er orientiert sich stark am Stil von deutschen Designern wie Dieter Rams, der einst bei Braun mit minimalistischen Geräte-Formen Akzente setzte. Anfang der 90er Jahre wurde Ive von Apple zunächst als Berater und dann als Vollzeit-Designer verpflichtet. Seine Stunde schlug aber erst, als Steve Jobs nach der Rückkehr zu Apple 1997 seine Entwürfe in der Werkstatt entdeckte.

Jony Ive: Pure-Look ist sein Credo

Fortan verbrachte Jobs viel Zeit mit Ive und stärkte dem Designer stets den Rücken - zum Beispiel wenn es Streit mit den Hardware-Managern gab, denen die Entwürfe des Briten zu aufwendig vorkamen. Auf der Apple-Trauerfeier für Jobs hielt Ive eine der bewegendsten Ansprachen. Zugleich gilt Ive eher als scheu, und hat kaum öffentliche Auftritte. Bei großen Produktvorstellungen von Apple ist er meist nur per Videoeinspielung dabei. Vor einigen Monaten gab es Spekulationen, der Vater von Zwillingen würde eigentlich ganz gerne mit seiner Familie nach Großbritannien zurückkehren. Nachdem er vor wenigen Monaten ein riesiges altes Haus in San Francisco kaufte, wurde allerdings klar, dass er Apple noch länger erhalten bleibt.

Die Kunden dürften den neuen Wind vor allem über das Aussehen der Software von iPhone und iPad zu spüren bekommen. Forstall galt als Freund von Design-Elementen, die echte Strukturen wie Holz, Leder oder Leinen nachahmen. Auch wenn der Trend von Steve Jobs selbst befeuert wurde - dem auf Schlichtheit getrimmten Ive soll das fremd gewesen sein. Zugleich hat sich an den Grundfesten des Software-Designs beim iPhone eigentlich seit dem Start 2007 wenig verändert - während etwa Rivale Microsoft mit seiner Kachel-Architektur beim Windows Phone neue minimalistische Ideen verfolgt.

Dorothee Monreal / dpa
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