Die Sonne ist weit weg, 150 Millionen Kilometer entfernt. Wenn dort aber ein heftiger Sonnensturm losbricht und Richtung Erde rast, droht Gefahr. Bald könnte es besonders kritisch werden. "2013 oder 2014, vielleicht auch 2015", meint Werner Curdt (63) vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) im niedersächsischen Katlenburg-Lindau. "Es wird mit Sicherheit zu heftigen Sonnenstürmen kommen." Das Thema soll auch bei einer Veranstaltung am 8. November in Darmstadt im Kontrollzentrum der Europäischen Raumfahrtagentur ESA angesprochen werden.
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Regelmäßiger Zyklus
Etwa alle elf Jahre geht es auf der heißen Sonne besonders hoch her. Gigantische Wolken bedrohen den blauen Planeten. "Als erstes trifft es die Satelliten", sagt Curdt. Das Szenario dort oben: "Kurzschlüsse, Computerabstürze. Funk-Verkehr kann gestört werden."
Flugzeuge müssen dann auf bestimmten Linien am Boden bleiben. Auch die Stromversorgung kann es erwischen. So die Erfahrungen, wie etwa 2003. Durch einen besonders schnellen Sonnensturm kam es zu einem mehrstündigen Stromausfall in Schweden, zu einem Ausfall des europäischen Flugradars und zum Verlust des Forschungssatelliten "Midori 2". Die Termine von Flügen in den USA wurden durcheinandergewirbelt.
Bei Sonnenstürmen sind die Auswirkungen laut ESA insbesondere in der Arktis, dem nordwestlichen Teil von Russland, Finnland, Skandinavien, Island und Grönland am größten. Bei besonders intensiven Stürmen reichen die Auswirkungen bis zu uns nach Mitteleuropa.
Auswirkungen können nicht vorhergesagt werden
Wie schlimm wird es diesmal? "Dazu bräuchte ich hellseherische Fähigkeiten", meint Volker Bothmer (51) von der Universität Göttingen. Der Astrophysiker gehört zum internationalen Team von "Stereo". Diese zwei Satelliten beobachten wie Späher die Sonne. Ein bis zwei Stunden nach einem Sturm sei klar, "ob uns was droht". Auswirkungen auf der Erde könnten nach 12 bis 24 Stunden zu spüren sein. "Alarm muss sofort gegeben werden."


