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Sonntag, 28.10.2012 17:16

Neuer Personalausweis: Münster, Köln und Ingolstadt als Muster-Beispiele

aus dem Bereich Sonstiges

Münster hat mit seinen vielen Studierenden einen Standortvorteil: "Wir haben eine sehr hohe Online-Affinität in der Bevölkerung", sagt Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU). Etliche Verwaltungsvorgänge lassen sich in Münster ohne den Gang aufs Amt erledigen, indem man den Ausweis aufs Lesegerät legt. Das reicht von der Ausgabe einer Geburtsurkunde über den Antrag fürs Führungszeugnis bis zur Meldung eines gefunden Fahrrads oder die Reservierung eines Wunsch-Kennzeichens fürs Auto. Weitere Vorgänge sollen folgen.

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Bürgermeister von Münster erwartet Zunahme

In Münster wurden in den vergangenen zwei Jahren mehr als 10.000 Verwaltungsvorgänge mit der eID-Funktion des Personalausweises vorgenommen. "Das Online-Verfahren muss einen Gang zur Behörde so stark vereinfachen, dass dieser wirklich ersetzbar wird." Lewe erwartet, dass die Nutzung weiter zunehmen wird, wenn es zu einer Vernetzung von Handel, Wirtschaft und Verwaltung kommt. So gebe es derzeit Gespräche mit den Stadtwerken, um den Personalausweis künftig als elektronischen Fahrschein nutzen zu können.

Die Pannen bei der Einführung des neuen "Perso" am 1. November 2010 scheinen inzwischen überwunden. So wurde kurz danach bei der AusweisApp für die Nutzung von eID am Computer eine Sicherheitslücke entdeckt, die kurzfristig behoben werden musste. In Münster habe es seines Wissens bisher keine Probleme mit der Sicherheit gegeben, sagt Oberbürgermeister Lewe.

Der Personalausweis hat noch einen längeren Weg vor sich, bis er im Internet einmal so selbstverständlich eingesetzt wird wie die Kreditkarte. Neben dem Angebot attraktiver Anwendungen sollte dazu die Software benutzerfreundlicher werden - erwogen wird hier etwa, deren Funktion in einem einfachen Browser-Plugin zu integrieren. Und was noch gar nicht richtig angepackt wurde, ist die Nutzung der Plastikkarte für die elektronische Signatur, um zum Beispiel digitale Dokumente rechtsverbindlich unterschreiben zu können. Fürs dritte Jahr hat der neue Personalausweis somit reichlich Hausaufgaben vor sich.

Hayo Lücke / dpa
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