Anzeige:
Mittwoch, 24.10.2012 15:17

Surface RT: Durchwachsene Kritiken für Microsofts Tablet-Debütant

aus dem Bereich Computer

"Surface" heißt Microsofts lange erwartete Antwort auf den Tablet-Boom. Der ab Freitag offiziell erhältliche Flachrechner ist allerdings betont anders als seine Konkurrenten mit iOS- und Android-Betriebssystem. Das Gerät symbolisiert den Versuch, die von Windows dominierte Computer-Welt auf den Tablet-Bereich zu übertragen. Dementsprechend variabel wurde Surface konzipiert, soll es doch die besten Eigenschaften von Notebooks und Tablets in sich vereinen. Schutzhüllen mit integrierter Tastatur liefern das passende Handwerkszeug für die Texteingabe, das Touchscreen-Display ist separat als Tablet verwendbar. Doch grau – oder in diesem Fall ungeprüft – ist alle Theorie. Surface muss auch in der Praxis überzeugen. Am Dienstag sind in den USA erste Einschätzungen zu Microsofts Kombi-Gadget mit Windows RT veröffentlicht worden. Das Urteil dürfte für Redmond ernüchternd sein: Die Symbiose sei (noch) nicht gelungen, heißt es nahezu einhellig. Die Hardware gilt insgesamt als Top, die Software – und das wird durchaus mit Überraschung zur Kenntnis genommen - als Flop. Uneinigkeit herrscht allerdings darüber, ob Surface eher als Tablet oder Laptop einzuordnen ist.

Anzeige

Hardware gut, Software unfertig

"The Verge" lobt sowohl Verarbeitung als auch Styling des Gerätes. Es fühle sich gut an, sei für ein Tablet aber insgesamt zu unhandlich. Kritik äußern die Tester vor allem an Performance-Schwankungen, Software-Bugs und dem schwachen RT-Ökosystem mit bislang nur wenigen tausend Apps. Insgesamt erhält das Surface dabei 7 von 10 möglichen Punkten – und kann letztendlich nicht so recht überzeugen. "Anstatt ein 'Keine-Kompromisse-Gerät' zu sein, fühlt es sich häufig eher wie ein 'Mehr-Kompromisse-Gerät' an", so das Fazit.

Ähnlich lautet die Bewertung der "New York Times": Das Surface habe sich als durchdachtes Gerät präsentiert, "dessen Hardware einem den Atem raube" – und dessen Software gleichzeitig zum Verzweifeln sei.

Auch "BuzzFeed" sieht hier die größte Schwachstelle des RT-Modells. Während es Lob für die Verarbeitung gibt, werden Software und Ökosystem als unfertig getadelt. Es besitze eine gewisse Ironie, dass Microsoft zwar im unbekannten Hardware-Terrain brilliere, in seinem eigentlichen Kerngebiet aber einbreche, so "BuzzFeed"-Autor Matt Buchanan. Surface sei gut, reiche jedoch nicht an Apples iPad heran. "Es könnte eines Tages sehr gut werden. Es hat alles, was es dafür braucht. Derzeit ist es aber nur ein weiteres Tablet. Und keines, was man heute kaufen sollte."

Ebenfalls vom Kauf abgeraten wird bei "Gizmodo". Zwar mache Surface äußerlich einen wertigen Eindruck, könne dem eigenen Anspruch jedoch kaum gerecht werden. "Nachdem die erste Freude über ein weiterentwickeltes Tablet nachgelassen hat, beginnt das Stöhnen – denn Surface erscheint zwar als Einheit, ist aber letztendlich nur das Schlechteste aus beiden Welten", so der Gizmodo-Tester. Das Gerät sei kein Laptop-Ersatz, sondern eher ein "Tablet-Plus" in der Preisklasse des iPad, diesem aber in den meisten Belangen unterlegen.

Microsoft Surface
Das Surface-Tablet mit Windows RT heimste überwiegend durchwachsene Kritiken ein - Begeisterung kam bei den Testern kaum auf. Bild: Microsoft

Keine iPad-Konkurrenz, aber mit Potenzial

Etwas differenzierter urteilt "Wired". Man könne Surface durchaus als einzigen Computer nutzen, bleibe dann aber auf bestimmte Einsatzszenarien – etwa Office-Nutzung, Internet und E-Mail - beschränkt. Zudem fehlten noch Apps und auch Tastatur sowie Display seien zum Arbeiten aufgrund ihrer geringen Größe zumindest gewöhnungsbedürftig. Positiv äußerte sich das Blog über Verarbeitung, geringe Ladezeit des Akkus und die Bedienung; weniger Gefallen fanden unter anderem die allgemeine App-Performance sowie das Fehlen einer Mobilfunkoption. Die Endnote fällt überwiegend zustimmend aus. "Insgesamt ist es [Surface] recht gut; mit Sicherheit besser als jedes Full-Size-Tablet mit Android-Betriebssystem auf dem Markt. Wenn sich auch das Ökosystem entwickelt, ist es ebenfalls eine würdige Alternative zum iPad".

Das Hardware-Magazin "Anandtech" sieht Windows RT sogar eher als Vorteil. Das System sei dem, was die Tablet-Konkurrenz heute vorweisen könne, in vielen Dingen voraus. So biete es Multitasking sowie die Möglichkeit zwischen laufenden Tasks zu wechseln oder mehrere Anwendungen gleichzeitig auszuführen. "Aus Produktivitätssicht ist das Surface in der Tablet-Landschaft ohne Gegenstück." Es sei eine Lösung, mit der sich die Lücke zwischen Unterhaltungs- und Arbeitsgeräten schließen lasse.

"TechCrunch" rät hingegen vom Kauf der ersten RT-Generation ab – ob es überhaupt eine zweite geben wird, ist derweil völlig unklar. Das Surface RT sei weder ein Tablet noch eine Alternative zu iPad oder Galaxy Note 10.1, könne aber als Laptop-Alternative fungieren. "Das Surface ist ohne Touch Cover nicht vollständig. Es ist nicht dafür gemacht, einfach ein Tablet zu sein. Es ist zu groß und lässt sich ohne Tastatur nur umständlich bedienen." Laut dem Tech-Blog hat Apple zudem nichts zu befürchten: Surface sei definitiv kein iPad-Killer.

Christian Wolf
Kommentieren (Neuen Kommentar verfassen):
Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert.
 Suche

  News
Dienstag, 26.05.2015
Amazon: Fire TV Stick derzeit noch für 29 Euro erhältlich
Montag, 25.05.2015
Google I/O: Neuigkeiten zu Android M und Google Plus erwartet
Vom Blog ins Bücherregal: Verlage schnappen sich Online-Stars
Amazon zahlt jetzt deutsche Steuern für Gewinne in Deutschland
Dobrindt: Funklöcher sollen ab 2018 Geschichte sein
Sonntag, 24.05.2015
Instant Articles: Facebook will Bezahlsystem einrichten
Oettinger pocht auf völlige Abschaffung der Roaming-Gebühren in Europa
Putin ordnet Gründung eines russischen Internet-Segments an
Zahl der "Crowdworker" wächst: Arbeiten für ein Taschengeld
Kein Internet: Nordkoreaner schmuggeln Filme auf das Notel
Samstag, 23.05.2015
Hacker veröffentlichen Nutzerdaten von Sex-Kontaktbörse
ARD und ZDF bald jung, spritzig und nur im Internet
Speedport Neo: Neuer Telekom-Router für mehr Einfachheit
Jedes Roboter-Taxi soll neun Autos ersetzen
Freitag, 22.05.2015
Neue NSA-Spähliste - BND-Chef: Wir sind abhängig, nicht die USA
Weitere News
Internet über Kabel
Kein DSL oder nur schlechte Werte im DSL Speedtest? Internet über das Kabelnetz ist eine der führenden DSL Alternativen.
Kabelanbieter bieten ultraschnellen Downstream über den Kabelanschluss.
Wenn kein DSL verfügbar ist und auch kein Kabel digital gewünscht wird, ist mobiles Internet vielleicht interessant.
Webspace gesucht?
Suchen Sie günstigen Webspace für ihre Website?
Mit dem richtigen Anbieter ist das Hosting kein Problem und alle Daten dank RAID sicher. Auch der Homepage Baukasten ist oft inklusive.
Ob Root Server mieten, Domaincheck oder Domain registrieren - der Webhoster liefert alles aus einer Hand.
© 1999-2015 onlinekosten.de GmbH :: Datenschutz :: Impressum :: Leistungsschutzrecht :: Presse :: Jobs