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Mittwoch, 24.10.2012 12:22

Superman will kein Reporter mehr sein - jetzt Blogger

aus dem Bereich Sonstiges

Eine interessante Medienpersonalie kommt aus den USA: Clark Kent, besser bekannt als Alter Ego von Superman, wird seinen Job bei der Zeitung aufgeben. Er geht nun vermutlich unter die Blogger. Das wirft Fragen auf. Wird auch Kermit der Frosch seinen Reportermantel an den Nagel hängen? Und wäre Tim aus "Tim und Struppi" heute kein Schreiberling mehr, der um die Welt reist, sondern säße er mit Apple-Rechner und Milchkaffee über Projekten im Café?

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Zeiten ändern sich

Der Zeitgeist weht durch die Comicwelt. Wenn es modern sein soll, werden die Figuren schwul wie Green Lantern oder machen was mit Internet. Marvel stellte 2011 einen neuen Spider-Man vor, der halber Afroamerikaner, halber Latino ist. Der politisch korrekte Spinnenmann heißt Miles Morales.

Clark Kent wird, so die "USA Today" richtig informiert ist, in der am Mittwoch erscheinenden Ausgabe von "Superman" seine Stelle beim "Daily Planet" kündigen. Vor versammelter Mannschaft wird er demnach beklagen, wie der Journalismus von Entertainment verdrängt wird. Das ist eine Debatte, die es auch in Deutschland gibt. Es trifft auch hierzulande den aktuellen Trend, dass Kents Zeitung jetzt zu einem großen Multimedia-Konzern gehört, "Galaxy Broadcasting".

Clark Kent war mehr als 70 Jahre in den Diensten der Zeitung von Metropolis. Der friedliche Reporter mit der Brille, der bei Gefahr ins Superheldenkostüm schlüpft, hatte Ärger mit seinen Vorgesetzten, wie DC Comics-Autor Scott Lobdell der "USA Today" erzählte.

Zukunft als Onliner?

""Superman" ist wohl der mächtigste Mensch des Planeten. Aber wie lange kann er hinter einem Schreibtisch sitzen, wenn ihm ständig jemand in den Nacken schnaubt und ihn wie den unbedeutendsten Menschen der Welt behandelt?", sagte Lobdell. Der Autor glaubt, dass Kent als Online-Journalist und Blogger weitermacht. Vielleicht werde der Superheld "die nächste Huffington Post" gründen.

Was sagt die Fachwelt dazu? "Nett" findet das Torsten Alisch, Mitinhaber des Berliner Comicladens "Grober Unfug". Aber es sei jetzt nicht das Originellste. Er verweist auf die sinkenden Auflagen bei den Heften, die die Autoren zu immer neuen Ideen anspornen. "Die Amis experimentieren seit Jahren herum." So wartete ein "Archie"-Comic mit einer Schwulenhochzeit auf. Superman als Blogger sei zwar lustig. "Aber das wird jetzt nicht die Verkaufszahlen durch die Decke treiben."

Hayo Lücke / dpa
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