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Dienstag, 23.10.2012 17:30

Neuer Rückschlag für RIM: US-Regierungsbehörde setzt künftig auf iPhones

aus dem Bereich Mobilfunk

Während Nokias letzte Hoffnung offenbar recht vielversprechend in den Vorverkauf gestartet ist, bleibt Research in Motion (RIM) derzeit nur der Verweis auf neue Modelle mit dem kommenden Betriebssystem BlackBerry 10. Das Problem: Erst Anfang nächsten Jahres soll das erste Gerät erhältlich sein. Das im Privatkundenmarkt umsatzträchtige Weihnachtsgeschäft ist damit auf jeden Fall passé. Weitaus wichtiger für RIM ist allerdings der Unternehmenssektor – bisher das Steckenpferd der Kanadier, in dem Apple, Google und Co. nur wenig zu melden hatten. Doch auch dort erodiert das Vertrauen der einstigen Stammkundschaft in die Zukunftsfähigkeit des Smartphone-Herstellers zusehends - wichtige Aufträge gehen verloren.

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Entscheidung mit Signalwirkung

Jüngster Schlag: Nach acht Jahren wird sich das Department of Homeland Security zumindest teilweise von RIM verabschieden, berichtet das "Bits"-Blog der "New York Times". Die mehr als 17.600 Angestellten der Einwanderungs- und Zollabteilung werden demnach künftig mit neuen iPhones ausgerüstet. Der Ende September vereinbare Deal hat einen Gesamtwert von 2,1 Millionen Dollar.

Verheerender ist jedoch seine Signalwirkung: Galten BlackBerrys bis vor kurzem in Sicherheitsfragen noch als konkurrenzlos und empfahlen sich damit vor allem für den Einsatz in Unternehmen oder Regierungsstellen, ist auch in diesem Bereich der einstige Vorsprung offenbar aufgebraucht. Apple rangiere hier mittlerweile auf dem gleichen Niveau wie RIM, so die öffentliche Begründung der Behörde, biete aber eine bessere Gesamtabstimmung seiner Produkte. Zudem seien die aktuell erhältlichen BlackBerry-Modelle technisch zu sehr "hinter der Zeit".

"BlackBerry bleibt die beste Lösung"

RIM übt sich hingegen in Optimismus: "Natürlich sind wir von der Entscheidung enttäuscht, erklärte der zuständige RIM-Manager Paul Lucier gegenüber dem Blog des Wall Street Journal, "AllThingsD". Er habe aber keinen Zweifel daran, dass BlackBerry weiterhin die beste Lösung für Regierungsbehörden sei und bleibe. Lucier verwies auf eine aktuelle Studie des Marktforschungsinstitutes Strategy Analytics (PDF). Dieses hatte dem BlackBerry-System in einem Vergleich mit iOS, Android, Windows Phone 7 sowie Symbian S60 bescheinigt, nicht nur insgesamt die geringsten Kosten zu verursachen, sondern auch mit Abstand das beste Sicherheitskonzept zu bieten.

Mangels neuer Modelle bleibt RIM allerdings vorerst keine Wahl, als darauf zu hoffen, nicht noch weitere langjährige Partner zu verlieren. Gleichzeitig ist die Verankerung im Geschäftskundensegment der Schlüssel zum Erfolg, bietet er doch eine realistische Chance, um gegen das vorwiegend auf Privatkunden ausgerichtete Triumvirat aus Apple, Google und Microsoft dauerhaft zu bestehen. 2013 gilt in jedem Fall als Schicksalsjahr der Kanadier. Mit sechs neuen Geräten will und muss der angeschlagene Hersteller die Wende schaffen. Ein Scheitern wäre fatal. Viele Optionen bleiben nicht mehr.

Christian Wolf
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