Anzeige:
Sonntag, 28.10.2012 12:01

Stiftung Warentest: Laborbesuch bei Allesprüfern

aus dem Bereich Sonstiges

"Ich versuche, möglichst unauffällig zu bleiben und mich nicht in Fachgespräche verwickeln zu lassen", sagt der Mann im Off. Sein Gesicht ist im Image-Film der Stiftung Warentest nicht erkennbar. Er macht einen Job, um den ihn manche beneiden mögen. Mit fremdem Geld in der Tasche kauft er im Dienste der Verbraucher ein - stets in bar. Kreditkarten sollen keine Spuren hinterlassen. Das Geschäft ist diskret, die Prüfung der Produkte erfolgt in geheimen externen Labors. Niemand soll auf die Kontrolleure Einfluss nehmen.

Anzeige

Geheimes Prüflabor in Sachsen

Getestet wird auch in einem Prüflabor in Sachsen: Das Gelände ist auf den ersten Blick alles andere als auffällig. Die Hallen entsprechen üblicher Industriearchitektur. Security sucht man vergeblich. Die Firma könnte ebenso Brötchen backen oder Luftballons herstellen. Doch eigene Kreationen sind nicht ihr eigentliches Metier. Die Labors sollen vielmehr Qualitäten und Mängeln anderer auf die Schliche kommen. "Wir können hier die Flöhe husten hören", sagt der Chef-Akustiker, der seinen Namen nicht nennen darf. Verschwiegenheit ist oberstes Gebot. Er hat einen Raum mit Nachhallzeit von bis zu zwölf Sekunden, aber auch ein Zimmer gänzlich ohne Schall - trocken und ruhig wie eine windstille Wüste.

Unter solchen Extrembedingungen erfolgen Messungen an diversen Haushaltsgeräten vom Staubsauger bis zur Waschmaschine. Bei der Akustik geht es um Lautstärke, Frequenzlage und psychoakustische Informationen - manche Töne können schließlich auch nerven. Der Techniker schaltet den Sauger ein, es summt nur dezent. Seitdem Direktmotoren die Geräte antreiben, sei die ganze Branche leiser geworden, sagt der Fachmann. Dennoch gebe es auch "Billigheimer". Bei Staubsaugern betrage die Spannbreite immerhin 30 Dezibel (dB). Auch Geräte mit 80 dB sind hier schon im Test gewesen und haben damit ganz offiziell die Schmerzgrenze erreicht.

Und plötzlich fährt das E-Rad los

Der Rundgang führt zur EMV - zur Elektromagnetischen Verträglichkeit. Eine riesige Antenne in Form einer liegenden Eieruhr sorgt für unsichtbare Felder. Wenige Meter entfernt läuft ein Elektro-Fahrrad unbemannt auf einem Prüfstand. "Ich kann keinen Mitarbeiter acht Stunden lang aufs Rad setzen, außerdem würde keiner so gleichmäßig in die Pedale treten", sagt der Laborleiter. Aber was passiert, wenn Störsignale auf hochempfindliche Elektronik treffen? "Stellen Sie sich vor, sie stehen mit dem E-Rad an einer Kreuzung. Neben ihnen hält ein Auto. Beim Fahrer klingt das Handy. Plötzlich fährt ihr E-Rad von selbst los, auch bei roter Ampel."

Manche Apparate in den Testlabors wirken so, als hätte James Bonds Chefentwickler Q seine Hände im Spiel gehabt. Beim Staubsauger-Test streut ein fahrbarer Schlitten Sand auf einen roten Teppich, der Dreck wird ordentlich ins Gewebe eingewalzt. Dann nähert sich wie von Geisterhand gesteuert ein Staubsauger. Im Frontbereich der Düse glitzern LED-Lampen - kein Krümel soll verborgen bleiben. Der Sauger geht mehrmals über die verschmutzte Stelle hinweg. Schon mit bloßem Auge wirkt der Test gelungen. Doch der Beutelinhalt muss noch auf die Waage. Auch die Abluft der Geräte wird per Computer analysiert - das "Staubrückhaltevermögen" ist ein wichtiges Kriterium.

Manchmal ist noch Handarbeit gefragt - zum Beispiel am Prüfstand für Handsägen. Hier zersägt ein Mitarbeiter eine Holzstange und prüft danach die "Schnittführung". Auch auf dem "Prüfrasen" für Rasenmäher und an den "Prüfhecken" für Gartenscheren ist Manneskraft gefragt. In einer Anlage wird simuliert, wie Steine die Messer des Rasenmähers zum Knirschen bringen. 500 Stahlkugeln werden unten per Druckluft in die Anlage gepustet und dann zu wahren Geschossen. Nebenan rollt ein Koffer 100 Kilometer über eine Walze mit kleinen Hindernissen. "Ein Spielplatz für Jungs", nennt der 32-jährige Angestellte den hauseigenen Prüfanlagenbau.

Kommentieren (Neuen Kommentar verfassen):
Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert.
 Suche

  News
Samstag, 01.11.2014
"WiWo": Neuer Anbieter Liquid Broadband will viertes bundesweites Mobilfunknetz aufbauen
Versteckter Dienst: Facebook erleichtert Zugang für Tor-Nutzer
Deutsche Führungskräfte wünschen Alternativen zu Google und Facebook
VW und BMW fürchten fahrerloses Google Auto: Schon weit über 100.000 Kilometer unfallfrei
Karriere-Netzwerk LinkedIn macht trotz großem Umsatzplus weiter Verlust
Schnäppchenportal Groupon verliert weiter Millionen
Freitag, 31.10.2014
HD+ steigert Kundenzahl erneut: 2,9 Millionen aktive Nutzer
DeutschlandSIM und discoPLUS mit Rabatten - LTE zum Sparpreis
Quad-Core-Tablet Lifetab S10333 jetzt online im Medionshop bestellbar
Rote Zahlen bei Sony: Smartphone-Probleme als Ursache
kinox.to: Jagd auf Betreiber - Kripo fahndet jetzt öffentlich
Tele Columbus startet "3er Kombi 50" mit Internet, Telefon und HDTV ab 19,99 Euro
Nintendo will mit Mikrowellen-Sensoren Schlafqualität überwachen
Samsung verkauft mehr Smartphones, Apple verdient mehr daran
Google-Gebühr in Spanien kommt ab 2015: Urheberrechts-Reform verabschiedet
Weitere News
Internet per Flat
Ob per Kabel oder mit VDSL: Erst eine Flat bringt richtig Spaß beim Surfen über die schnellen Internetleitungen.
Jetzt die Kabel-Angebote vergleichen oder neben der T-Home VDSL Verfügbarkeit die 1und1 VDSL und Vodafone VDSL Verfügbarkeit prüfen.
Alle günstigen Tarife hier in unserem DSL Preisvergleich.
VDSL Verfügbarkeit
VDSL Neukunden profitieren von Startguthaben und kostenloser Hardware wie einem Router oder einem Mediacenter.
Jetzt die Telekom VDSL Verfügbarkeit an ihrem Ort prüfen, nach Vodafone VDSL suchen oder die 1und1 VDSL Verfügbarkeit klären.
DSL Anschluss
DSL 2000 für Einsteiger, DSL 6000 für Normalsurfer oder DSL 16000 für Internetprofis.
Welcher Internetanschluss von welchem Internet Provider ist geeignet?
Der DSL Anbieter Vergleich zeigt: Die Auswahl ist groß
© 1999-2014 onlinekosten.de GmbH :: Datenschutz :: Impressum :: Leistungsschutzrecht :: Presse :: Jobs