Anzeige:
Freitag, 19.10.2012 14:09

Neue TLDs: Klagen gegen ICANN gefährden Vergabeverfahren

aus dem Bereich WebHosting

Neuer Ärger für die ICANN. Innerhalb nur weniger Tage haben zwei US-Unternehmen Klage gegen die Domain-Verwaltungsorganisation eingereicht. Die Firmen fordern einen Vergabestopp für Teile der neuen Top Level Domains (new gTLDs) sowie hohe Schadensersatzsummen. Begründet werden die Vorstöße mit Vertragsverletzungen beziehungsweise strittigen Eigentumsrechten, berichtet das Branchenportal domainincite.com.

Anzeige

Unternehmen beansprucht Rechte an 189 TLDs

Einen Frontalangriff gegen die ICANN reitet dabei Name.Space. Das New Yorker Unternehmen beantragte eine einstweilige Verfügung gegen die Weiterführung des Registrierungsverfahrens für 189 neue TLDs, da es eigene Markenrechte an den Kürzeln verletzt sieht, darunter etwa .art, .blog, .book, .design, .home, .inc oder .sucks. Name.Space betreibt seit 1996 ein alternatives, aber wenig genutztes, DNS-System, in dem die Endungen bereits aktiv Verwendung finden.

Im Jahr 2000 war die Firma bei der ICANN mit einem Antrag auf 118 Domainendungen im Rahmen der damaligen "proof of concept" TLD-Neuzulassung gescheitert und hatte dies unter anderem auf interne Mauscheleien bei der Domain-Zuteilung zurückgeführt. Name.Space warf einigen ICANN-Verantwortlichen dabei aufgrund ihrer Tätigkeit für hochrangige Internetfirmen Interessenskonflikte vor. Im März dieses Jahres forderte das Unternehmen die ICANN schließlich dazu auf, mehrere hundert Endungen proaktiv aus dem laufenden Bewerbungsprozess um die neuen TLDs herauszunehmen, was von der Domain-Verwaltungsorganisation allerdings abgelehnt wurde.

Zweite Klage gegen die Zuteilung von ".web"

Die zweite Klage richtet sich gegen die Zuteilung einer einzigen TLD: .web. Sie wurde am Mittwoch durch das US-Unternehmen Image Online Design (IOD) eingereicht, das ebenfalls ein DNS-System mit rund 20.000 Domains betreibt und nach eigenen Angaben Markenrechte an der Bezeichnung .web hält. Auch IOD verweist in der Klageschrift unter anderem auf die TLD-Runde aus dem Jahr 2000. Damals hatte die Firma .web als Vorschlag eingereicht, zunächst wurde das Kürzel von der ICANN aber genau deshalb nicht berücksichtigt, da es bereits im alternativen Root System von IOD Verwendung fand. Im März 2001 habe das Auswahlkomitee der ICANN aber mitgeteilt, dass alle eingereichten Anträge unabhängig davon weiterhin Gültigkeit besäßen, erklärte IOD. Aus diesem Grund sei im aktuellen Registrierungsprozess keine neue Bewerbung eingereicht worden. Dennoch habe die ICANN sieben Antragssteller für .web zugelassen, ohne IOD zu berücksichtigen. Darüber hinaus wird der ICANN auch in diesem Fall vorgeworfen, aufgrund der Geschäftsbeziehungen ehemaliger und aktueller Vorstandsmitglieder zu verschiedenen Domain-Bewerbern in ihrer Entscheidungsfindung befangen zu sein.

Für die ICANN kommen die Vorwürfe zur Unzeit, bieten sie doch einigen Sprengstoff für das laufende Verfahren, das ohnehin bereits von etlichen Pannen gekennzeichnet ist. Gelingt es den Klägern gar ihre Forderungen durchzusetzen, drohen weitere kostspielige Auseinandersetzungen und hohe Schadensersatzzahlungen. Auch dürfte in diesem Fall der aktuelle Zeitplan nur noch Makulatur sein. Noch ist geplant, mit der Aufschaltung erster Domains ab dem zweiten Quartal 2013 zu beginnen. Über die Reihenfolge der Antragsbearbeitung soll ein Lotterieverfahren entscheiden.

Christian Wolf
Kommentieren (Neuen Kommentar verfassen):
Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert.
 Suche

  News
Dienstag, 21.10.2014
iPhone 6 beschert Apple starkes Quartal mit Milliardengewinnen
IT-Gipfel: De Maizière warnt vor totaler Offenheit im Netz
Montag, 20.10.2014
Spotify Family: Musik-Dienst für Familien zum halben Preis
Zalando: Foto-Kleidersuche bald auch per Android
Microsoft will noch 2014 eigenes Fitness-Armband in die Läden bringen
Deutsche Ausgabe von "Wired" geht an den Start
Computerspielbranche drängt auf schnelleren Breitbandausbau
Ebay testet in Deutschland Lieferung am gleichen Tag
G Data: Alle 8,6 Sekunden wird ein neuer Computerschädling entdeckt
SPD-Vize kritisiert: "Im Breitbandausbau sind wir immer noch Zwerge"
DGB sagt digitalen Billigjobs den Kampf an
Fernmeldeunion strebt Internetzugänge für alle an
Google: Bundeskartellamt soll Streit mit Verlagen klären
Vodafone: 50 Euro Wechsler-Bonus für DSL Zuhause M oder L mit VDSL
IBM trennt sich von verlustbringender Chip-Herstellung
Weitere News
VDSL
Auf der Suche nach dem wahren Highspeed Internet mit DSL Flat?
Mit ihrem VDSL - Internetzugang kommt die Telekom-Tochter T-Home auf bis zu 50 Mbit/s.
Fernsehen im Internet gibt's im Entertain-Paket dazu. Auch Fußball in HD-Qualität über LIGA total und Filme per Video on Demand sind kein Problem.
DSL Speedmessung
Trotz Highspeed ADSL Anschluss nur Diashow statt flüssiges Internet Fernsehen?
Unbedingt DSL Geschwindigkeit testen. Wenn der Provider wieder zuviel versprochen hat, gleich neues DSL Angebot einholen.
Bei vielen Anbietern gibt es auch Internet Telefonie dazu. Wir haben die besten DSL Tarife im Vergleich.
DSL Speedtest
Schnelles DSL bestellt, aber es geht nur im Schneckentempo voran?
Mit dem Speedtest jetzt die DSL Geschwindigkeit prüfen.
Mehr Speed bietet ein VDSL-Anschluss: Die Vodafone VDSL Verfügbarkeit kann hier ebenso geprüft werden, wie T-Home VDSL, Alice VDSL oder die 1und1 VDSL Verfügbarkeit.
Aktuelle DSL Angebote hier im Vergleich.
© 1999-2014 onlinekosten.de GmbH :: Datenschutz :: Impressum :: Leistungsschutzrecht :: Presse :: Jobs