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Samstag, 13.10.2012 09:39

Amazon-Chef Jeff Bezos: "Wir wollen ungewöhnliche Sachen erfinden"

aus dem Bereich Sonstiges

Amazon-Chef Jeff Bezos kam persönlich nach Deutschland, um ein neues Modell des E-Book-Lesegeräts Kindle und eine digitale Leihbücherei vorzustellen. Der Gründer des weltgrößten Online-Händlers sprach mit der dpa über den Wettbewerb im Tablet-Geschäft, seine eigenen Einkaufsgewohnheiten und die Erfahrungen in der Amazon-Kundenhotline.

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Herr Bezos, wenn sie Verkäufer wären, wie würden sie uns überzeugen, als Tablet einen Kindle Fire HD kaufen?

Bezos: "Für uns ist es ein Service und kein rein technisches Gerät. Wir machen eine tolle Hardware mit einem schnellen Prozessor, es ist das erste Tablet mit gutem Stereo-Sound, das Display spiegelt kaum. Aber der wichtigste Punkt ist, dass wir nicht versuchen, Geld mit dem Gerät selbst zu verdienen, sondern es praktisch zum Produktionspreis abgeben. Wir hoffen, das Geld mit der Zeit hereinzubekommen, wenn Kunden Bücher, Musik oder Apps kaufen."

Bekannte US-Fachleute wie David Pogue oder Walt Mossberg waren allerdings von dem Gerät nicht sonderlich begeistert und wiesen in ihren Rezensionen auf diverse Schwächen hin...

Bezos: "Wenn man sich das Gesamtbild der Rezensionen anschaut, bin ich zufrieden. Unser Ansatz ist anders als bei den anderen, wir setzen auf das Amazon-Ökosystem mit dem besten E-Book-Store, einem großen Musik-Shop und einer starken App-Auswahl. Und das Gerät verkauft sich extrem gut."

Aber sie sagen nie, wie gut eigentlich genau. Warum?

Bezos: "Wir haben mitgeteilt, dass wir auf dem amerikanischen Tablet-Markt einen Anteil von 22 Prozent haben - und der Kindle Fire ist erst seit elf Monaten auf dem Markt. Aus meiner Sicht ist es ein großer Markt mit Platz für mehrere Gewinner."

Amazon-Chef Jeff Bezos
Amazon-Chef Jeff Bezos. Bild: Amazon

Was war der Punkt, an dem Sie gesagt haben: Wir machen ein Tablet?

Bezos: "Das war vor ungefähr zwei Jahren. Unsere E-Book-Reader verkauften sich sehr gut und wir wollten den Kunden zusätzlich ein Gerät mit mehr Funktionen anbieten. Mit der schwerste Teil des Geschäfts ist, ein Ökosystem aufzubauen - das hatten wir da schon. Der Hauptgrund, warum Dutzende Android-Tablets am Markt gescheitert sind, war, dass dahinter kein Ökosystem stand. Man kann zum Beispiel einfach kein Tablet ohne einen Musik-Shop anbieten. Dank dem Kindle hatten wir zudem acht Jahre Erfahrung, wie man ein Gerät baut."

Wie schwer war es, als Online-Händler auch zum Gerätehersteller zu werden?

Bezos: "Als wir vor acht Jahren mit der Entwicklung des Kindle anfingen, haben uns viele gesagt: "Schuster, bleib bei Deinen Leisten". Aber das Problem mit einem solchen Ansatz ist, dass man nicht mit den Anforderungen der Kunden wächst. Und dafür muss man auch neues lernen. Jedenfalls, das erste, was wir beim Einstieg in das Geschäft gemacht haben, war, uns einen Manager zu holen, der sein ganzes Leben lang Hardware gebaut hat."

Dann könnten Sie jetzt doch noch ein Smartphone entwickeln, um das Angebot abzurunden?

Bezos: "Netter Versuch - aber wir sprechen nicht über Pläne für zukünftige Produkte."

Das US-Magazin "Fast Company" schrieb einmal vom "Großen Tech-Krieg" zwischen Amazon, Apple, Google und Facebook. Fühlen Sie sich im Krieg?

Bezos: "Ich sehe das etwas anders. Viele betrachten das Geschäft als eine Art sportlichen Wettkampf, aber Business ist etwas ganz anderes. Beim Sport gibt es immer Sieger und Verlierer. In der Wirtschaft können Branchen Aufschwung oder Niedergang erleben und es ist sehr selten, dass es dabei nur einen Gewinner gibt. Vielleicht ist einer stärker in bestimmten Bereichen, oder hat mehr Marktanteil. Aber ich habe in meinen Jahren im Geschäft gelernt, dass es am Gefährlichsten ist, sich nicht von den anderen zu unterscheiden. Man muss etwas Neues bieten, Nachahmer-Produkte funktionieren auf Dauer nicht. Wir wollen Sachen erfinden, die den Leuten anfangs ungewöhnlich vorkommen - aber einige Jahre später für alle normal sind. Das ist das größte Kompliment, das es für einen Erfinder geben kann."

Weiter auf Seite 2: Amazon-Chef Jeff Bezos zum Aufstieg der E-Books und zur neuen E-Book-Leihbücherei
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