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Dienstag, 09.10.2012 12:46

HTC-Aktie nach Gewinnrückgang auf Sturzflug

aus dem Bereich Mobilfunk

Harte Zeiten für HTC: Nach einem weiteren deutlichen Gewinnrückgang ist die Aktie des taiwanischen Smartphone-Herstellers eingebrochen. An der Börse von Taipeh fiel der Kurs des Wertpapiers am Dienstag um 7 Prozent auf 267 Taiwan-Dollar.

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Sturzflug mit Notbremse

Abrupt gebremst wurde der Sturzflug lediglich durch eine Besonderheit des taiwanischen Börsensystems. So sind Kursverluste dort pro Tag auf ein Höchstmaß von 7 Prozent begrenzt. Seit Jahresbeginn büßte die Aktie allerdings bereits rund die Hälfte ihres Wertes ein. Besserung ist zunächst nicht in Sicht: HTC hatte am Montag vorläufige Zahlen für das dritte Quartal bekanntgegeben, wonach der Nettogewinn binnen Jahresfrist um 79 Prozent auf 3,9 Milliarden Taiwan-Dollar (102,7 Millionen Euro) gesunken ist. Der Umsatz erreichte 70,2 Milliarden Taiwan-Dollar (1,85 Milliarden Euro) nach 91 Milliarden im Vorquartal.

Als Hauptgrund für die Bilanzschwäche gilt der zunehmend härtere Wettbewerb im Smartphone-Geschäft. Zwar konnte HTC lange Zeit eine Vorreiterrolle bei Android-Geräten behaupten, geriet in diesem Jahr aber massiv unter Druck und musste Marktanteile an Konkurrenten wie Samsung oder Apple abgeben. Mit einer Reihe von Neuvorstellungen soll nun die Kehrtwende gelingen: Pünktlich zum traditionell starken Weihnachtsgeschäft kommen die Modelle 8S und 8X mit Windows Phone 8 sowie der Premium-Androide One X Plus in den Handel.

Ob dies ausreicht, bleibt abzuwarten. Denn auch innerhalb des Unternehmens liegt offenbar einiges im Argen. In einer der Finanznachrichtenagentur Bloomberg zugespielten E-Mail an sämtliche Angestellten mahnte HTC-Chef Peter Chou im August dazu, die hausinterne "Bürokratie zu vernichten". Es werde zwar viel geredet, konkrete Entscheidungen oder neue Strategien ergäben sich dadurch aber nicht. Auch ließen viele Mitarbeiter ein Bewusstsein für Dringlichkeit vermissen. Aus Sicht von Experten ist die Talsohle bei HTC noch nicht erreicht. Ein Analyst der Citigroup in Taipeh warnte bereits davor, dass die Bilanz zum Ende des vierten Quartals weitere Rückgänge ausweisen könnte.

Christian Wolf / Mit Material der dpa
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