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Dienstag, 09.10.2012 07:54

YouTube-Manager: Millionen Kanäle denkbar

aus dem Bereich Sonstiges

YouTube baut ein breites Spektrum von Themen-Kanälen auf. Der Google-Dienst wird damit praktisch zu einer Plattform für Sparten-Sender. Zur Ankündigung der ersten deutschen YouTube-Kanäle sprach Robert Kyncl, Manager des US-Konzerns, mit der Nachrichtenagentur dpa über die Aussichten für das Geschäft und die Rivalität zum klassischen Fernsehen.

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Es wird schon lange vorhergesagt, das Internet werde das Fernsehen umkrempeln - aber sehen Sie Zeichen für eine Revolution?

Kyncl: "Ich glaube, dass das Fernsehen noch lange so bleiben wird, wie es heute ist. Es gibt viele Leute, die den Wandel durch das Internet übertreiben - und es sind meistens diejenigen, die die Branche nicht besonders gut kennen. Das klassische Fernsehen hat solide Geschäfts-Grundlagen, die nicht von einem Tag auf den anderen verschwinden werden."

Wo liegt also die Chance eines Players wie YouTube?

Kyncl: "Ein intelligenter Internet-Anbieter fragt sich nicht, wie er mit den Platzhirschen konkurrieren kann, sondern: Wie kann ich ihr Angebot ergänzen? Und genau das ist unsere Strategie. Zum Beispiel, die Bundesliga: Es macht für uns keinen Sinn, für die teuren Live-Rechte mitzubieten. Wir würden nur die Preise hochtreiben, ohne dass jemand davon etwas hätte. Aber es macht Sinn, wenn wir Highlights der Spiele auf Computern oder mobilen Geräten zeigen können, als Ergänzung zu dem, was es im Fernsehen gibt."

YouTube Themen-Kanäle
YouTube hat in Deutschland die ersten Themenkanäle gestartet. Screenshot: onlinekosten.de

Welche Bereiche rufen noch danach, online ergänzt zu werden?

Kyncl: "Zum Beispiel einzelne Sportarten oder Anleitungsvideos - das Fernsehen hat eine eingeschränkte Kapazität, auch geografisch. In vielen Fällen kann man eine weltweite Zuschauergemeinde nur über das Internet aufbauen. Nehmen wir zum Beispiel Yoga, Cricket oder Skilaufen: Sie finden dafür kaum einen Kanal im Fernsehen, schlicht weil es in keinem Land genug Interessenten gibt, um ihn profitabel zu betreiben. Aber mit einem Kanal bei YouTube kann man auf einen Schlag Millionen Anhänger solcher Sportarten weltweit erreichen."

Werden Sie damit nicht aber doch zu einem Konkurrenten des Fernsehens?

Kyncl: "Unsere Strategie ist, zu schauen, welche Interessen es in der Welt gibt, die im Fernsehen unterrepräsentiert sind, und sie zu bedienen. Wir suchen gezielt nach diesen "weißen Flecken", in denen es heute kein Angebot gibt. Ich bin überzeugt, dass wir den TV-Konsum erweitern, indem wir Inhalte anbieten, die man heute im Fernsehen nicht findet. Es geht nicht um frontalen Wettbewerb, sondern um Ko-Existenz und Ergänzung."

Zugleich ist der Eindruck, dass man in einem solchen Geschäft mit Online-Video insgesamt deutlich weniger Geld verdienen kann als im klassischen Fernsehen. Lohnt sich das für Sie am Ende überhaupt?

Kyncl: "Wir sind kein Unternehmen, das gerne Geld verliert. Genau diese Frage haben uns alle auch gestellt, als wir die Suchmaschinen-Werbeplattform AdWords starteten. Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung der Video-Werbeerlöse. Und wir sind überzeugt, dass wenn wir viele einzelne Interessenbereiche zusammenlegen, dies am Ende eine sehr hohe Summe ergibt."

Weiter auf Seite 2: Wie werden wir im Jahr 2020 fernsehen?
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