Manchmal kommt das "Gefällt mir" von Facebook-Accounts, die von einer Software (Bot) gesteuert werden. Manchmal sind es Menschen, die für einige Cent auf "Like" klicken oder einen Kommentar schreiben. "Zurzeit ist der Markt so, dass viele semi-professionelle Anbieter sich gegenseitig das Wasser abgraben", beobachtet Eldagsen. "Ich denke, dass es sich professionalisieren wird."
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Nachweis von gekauften Followern ist schwer
Auch auf den Profilen großer Unternehmen finden sich Bot-Fans, wie eine Auswertung (PDF) des Mailänder Professors Marco Camisani Calzolari zeigte. Im US-Wahlkampf fiel ein sprunghafter Anstieg der Follower des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney auf. Sein Twitter-Konto gewann an einem einzigen Tag fast 117.000 Anhänger - ein Plus von 17 Prozent. Barracuda Networks fand bei vielen von ihnen Indizien, dass es sich um Bots handelt.
Der Fall zeigt ein Problem auf: Wer die mutmaßlich falschen Follower gekauft hat, ist offen. Immerhin wäre es auch denkbar, dass das gegnerische Lager dahintersteckt. Oder eine Agentur, die ohne das Wissen ihres Auftraggebers handelt, um eine vereinbarte Zielmarke zu erreichen. "Der Nachweis ist das große Problem", sagt Eldagsen.
Fake-Nutzer bedrohen Vertrauen in soziale Netzwerke
Klar ist für einige Analysten aber, welche Folgen das Geschäft mit den Likes haben könnte. "Fake-Nutzer sollten Facebook und Twitter Sorgen machen, weil sie Nutzervertrauen, Online-Sicherheit und das allgemeine Gemeinschaftsgefühl der sozialen Netzwerke bedrohen", schreibt Paul Judge von Barracuda.
Der Chef des Hamburger Social Media-Dienstleisters Ethority, Sten Franke, sieht dagegen keine Gefahr für die Sozialen Netzwerke. Aber auch er warnt vor den gekauften Freunden. "Längerfristig bringt es nichts, weil das eigentliche Kommunikationsziel - nämlich ein Dialog - nicht erreicht wird." Zudem setzten Unternehmen sich dem Risiko aus, ihre Arbeit zunichtezumachen, falls der Kauf auffliegt. "Ich glaube nicht, dass sich das langfristig als Massenphänomen durchsetzen wird."
Facebook geht davon aus, dass es sich nur bei 1,5 Prozent seiner Nutzer um missbräuchlich angelegte Profile handelt. Ende August hat das Unternehmen angekündigt, stärker gegen falsche Facebook-Likes vorzugehen und sie automatisch zu löschen: "Ein Like, das nicht von jemandem kommt, der wirklich an einer Seite interessiert ist, nützt niemandem." Das Technologieblog "TechCrunch" berichtete vergangene Woche über erste Lösch-Aktionen.


