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Donnerstag, 04.10.2012 17:46

Hackerattacken auf schwedische Bank- und Regierungsserver

aus dem Bereich Sonstiges

Erst Streit um Assange, jetzt Ärger mit einer Server-Firma: Die schwedische Regierung ist zum Lieblingsgegner internationaler Hacker geworden. Ein Anonymous-Video droht mit weiteren Attacken.

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Vergeltung für Razzia bei Internetfirma PRQ

Schwedische Webseiten unter Dauerbeschuss: Aufgebrachte Hacker haben am Donnerstag zum wiederholten Mal in dieser Woche Webseiten schwedischer Behörden und Unternehmen lahmgelegt. Betroffen waren diesmal Internet-Auftritte der Regierung, der Nationalbank sowie von Justiz- und Sozialbehörden. Die zuständige staatliche Aufsichtsbehörde MSB bestätigte die Angriffe.

In einem YouTube-Video begründete ein maskierter Sprecher der Anonymous-Bewegung das Vorgehen mit einer Razzia der schwedischen Polizei bei der Internetfirma PRQ. Diese stellt die Server für mehrere Plattformen zum Herunterladen von Filmen und anderen Inhalten mit der Bittorrent-Technik bereit. Offline war auch die Plattform "The Pirate Bay". Der maskierte Anonymous-Sprecher nannte das Vorgehen der Behörden einen "Angriff auf die Informationsfreiheit" und drohte mit weiteren Attacken: "Schwedische Regierung, ihr kennt unsere Fähigkeiten und was wir wollen, ihr habt die Wahl."

Schweden zieht Zorn von Anonymous auf sich

PRQ stellt die Hardware für mehrere Webseiten bereit, auf denen Dateien mit der Technik BitTorrent ausgetauscht werden konnten. Dabei wird statt der kompletten Datei zunächst lediglich eine kleine Torrent-Datei heruntergeladen: Diese ist nur wenige Kilobyte groß und enthält die Internet-Adresse eines Servers, des sogenannten Trackers. Dieser führt die Interessenten an einem bestimmten Download zu einem Peer-to-Peer-Netzwerk (P2P). Außerdem dient PRQ als technische Plattform für mehrere Internet-Anbieter, die Sportereignisse streamen, also direkt im Internet übertragen.

Zuvor hatte sich Schweden schon wegen des Auslieferungsverfahrens gegen den Wikileaks-Gründer Julian Assange den Zorn von Anonymous zugezogen. Der Internet-Aktivist hat in der Botschaft Ecuadors in London Asyl gefunden, um der von britischen Gerichten verfügten Auslieferung an Schweden zu entgehen. Dort soll er wegen des Verdachts sexueller Vergehen gegen zwei Frauen verhört werden. Assange befürchtet, dass er letztlich der US-Justiz überstellt werden soll, weil Wikileaks 2010 interne Dokumente zum Irak-Krieg der USA sowie mehr als 250.000 vertrauliche US-Mitteilungen von US-Diplomaten veröffentlicht hatte.

Jörg Schamberg / dpa
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