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Donnerstag, 04.10.2012 09:07

T-Mobile USA: MetroPCS und LTE sollen die Heilung bringen

aus dem Bereich Mobilfunk

Die Deutsche Telekom macht einen neuen Versuch, den Sorgenfall USA mit fremder Hilfe in den Griff zu bekommen. Nachdem der Verkauf von T-Mobile USA an den Branchenriesen AT&T am Widerstand der Wettbewerbshüter zerschellte, ging der Bonner Konzern diesmal kein Risiko ein. Der neue Partner MetroPCS ist so klein, dass auch das gemeinsame Unternehmen nur die Nummer vier im US-Mobilfunkmarkt bleiben wird.

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T-Mobile USA zu klein

Der Vorstoß in den riesigen US-Markt geriet für den einstigen deutschen Staatsmonopolisten zur Achterbahnfahrt. Die anfängliche Euphorie mit dem Kauf des Mobilfunk-Anbieters VoiceStream wich schnell einer Katerstimmung. Dann galt das US-Geschäft eine Zeit lang doch noch als Ertragsperle. Aber vor einigen Jahren wurde deutlich, dass es als Nummer vier im US-Markt an schierer Größe fehlt, von der AT&T und das zweite Schwergewicht Verizon Wireless profitieren.

Außerdem hat der Aufstieg der Smartphones das Geschäft umgekrempelt - und da hat T-Mobile USA ein entscheidendes Manko: Ihm fehlt Apples iPhone im Programm, ein unschätzbarer Kundenmagnet. Das Netz der Telekom im Riesenland USA gilt trotz aller Investitionen als schlecht ausgebaut. Die Kunden stimmten mit den Füßen ab und liefen zur Konkurrenz über - neben den beiden großen Playern auch zur Nummer drei, Sprint.

Geplatzter Deal mit AT&T machte alles noch schlimmer

Und das Hin- und Her um den schließlich gescheiterten AT&T-Deal machte alles nur noch schlimmer - der Verkauf für stolze 39 Milliarden Dollar wurde im März 2011 angekündigt und ging im Dezember endgültig in die Brüche, die verlorene Zeit konnten auch die Milliarden-Ausgleichszahlungen von AT&T nicht aufwiegen. Zugleich geht es hier immerhin um den zweitgrößten Markt für die Telekom nach Deutschland, der bis zu einem Viertel der Konzernerlöse beisteuert.

Die Vereinigten Staaten sind generell ein schwieriges Pflaster für Mobilfunkanbieter. Das Land ist riesig, und entsprechend teuer und aufwendig ist es, ein flächendeckendes Netz zu unterhalten. Nicht einmal die beiden Marktführer AT&T und Verizon Wireless erreichen jeden Winkel.

T-Mobile USA will mit LTE punkten

T-Mobile USA versuchte in dieser Situation, mit günstigen Tarifen gegenzusteuern, und entwickelte sich in der Folge zu einer Art Billiganbieter mit Druck auf Umsatz und Gewinn. Zugleich steckt die Telekom allein vier Milliarden Dollar in den Ausbau ihres US-Netzes, um nicht den Anschluss an die Konkurrenz zu verlieren. Unter anderem soll der superschnelle Datenfunk LTE vom kommenden Jahr an angeboten werden.

T-Mobile USA hatte zuletzt noch gut 33 Millionen Kunden, zusammen mit MetroPCS werden es etwa 42,5 Millionen sein. AT&T und Verizon haben jeweils mehr als 100 Millionen, selbst Sprint ist mit über 56 Millionen Nutzern noch weit entfernt. Allerdings ist damit MetroPCS vom Markt und kann nicht mehr von Sprint aufgeschnappt werden.

Hayo Lücke / dpa
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