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Dienstag, 02.10.2012 11:47

Massiver Schlag schwedischer Behörden gegen Filesharing-Plattformen

aus dem Bereich Sonstiges

Nach einer Razzia der schwedischen Polizei bei einer Internet-Firma sind mehrere Webseiten offline, die unter anderem den Download von Filmen und Übertragungen von Sportereignissen angeboten haben. Die Aktion stehe offenbar in Zusammenhang mit Ermittlungen wegen Urheberrechtsverletzungen, sagte der Inhaber der betroffenen Firma PRQ, Mikael Viborg, dem Nachrichtenportal "Nyheter24".

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Auch "The Pirate Bay" ist offline

PRQ stellt die Hardware für mehrere Webseiten bereit, auf denen Dateien mit der Technik BitTorrent ausgetauscht werden konnten. Dabei wird statt der kompletten Datei zunächst lediglich eine kleine Torrent-Datei heruntergeladen: Diese ist nur wenige Kilobyte groß und enthält die Internet-Adresse eines Servers, des sogenannten Trackers. Dieser führt die Interessenten an einem bestimmten Download zu einem Peer-to-Peer-Netzwerk (P2P). Außerdem dient PRQ als technische Plattform für mehrere Internet-Anbieter, die Sportereignisse streamen, also direkt im Internet übertragen.

Offline ist aktuell auch die schwedische BitTorrent-Plattform "The Pirate Bay" (TPB), die mehrfach in Konflikt mit den Behörden stand. 2006 wurden bei "Pirate Bay" 180 Server konfisziert. Ursache ist ein technischer Defekt in der Stromversorgung, wie das Fachportal "TorrentFreak" berichtete. Demnach stehen die Razzien offenbar nicht in direktem Zusammenhang mit dem Ausfall von Pirate Bay.

Hacker-Attacken am Montag

Mehrere schwedische Unternehmen und Behörden waren am Montag Ziel von Attacken, bei denen Web-Auftritte mit einer Flut von Datenanfragen lahmgelegt wurden. Betroffen von den sogenannten Distributed-Denial-of-Service-Angriffen (DDoS) waren unter anderem Webseiten der schwedischen Nachrichtenagentur TT, der Banken Swedbank und SEB, der Bahngesellschaft SJ sowie Server der Streitkräfte. Bei solchen Attacken werden die betroffenen Websites durch Überlastung lahmgelegt. Dies gelang unter anderem bei TT und dem Verkaufssystem der Bahngesellschaft.

Ein Polizeisprecher sagte im Rundfunksender SR, Hintergrund sei offenbar offenbar das Stockholmer Auslieferungsbegehren gegen den Wikileaks-Gründer Julian Assange. Der Internet-Aktivist hat in der Botschaft Ecuadors in London Asyl gefunden, um der von britischen Gerichten verfügten Auslieferung an Schweden zu entgehen. Dort soll er wegen des Verdachts sexueller Vergehen gegen zwei Frauen verhört werden. Assange befürchtet, dass er letztlich der US-Justiz überstellt werden soll, weil Wikileaks 2010 interne Dokumente zum Irak-Krieg der USA sowie mehr als 250.000 vertrauliche Mitteilungen von US-Diplomaten veröffentlicht hatte.

Hayo Lücke / dpa
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