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Montag, 01.10.2012 12:31

Sony-Musikverlag bremst Apples Internet-Radio

aus den Bereichen Computer, Sonstiges

Das geplante Internet-Musikradio von Apple verzögert sich wegen schwieriger Rechteverhandlungen mit dem Musikverlag Sony/ATV. Dessen Chef Martin Bandier sagte der "New York Times" vom Wochenende, er wolle eine bessere Vergütung erreichen. "Wir wollen den Dienst. Wir wollen nur fair bezahlt werden." Die Äußerungen des einflussreichen Musik-Managers sind zugleich die erste Bestätigung dafür, dass Apple überhaupt an einem solchen Streaming-Dienst arbeitet. Der Einstieg des Schwergewichts in das Geschäft könnte heutigen Anbietern das Leben schwer machen.

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Apple-Dienst Konkurrenz für Pandora?

Sony/ATV verwaltet Songrechte für heutige Stars wie Lady Gaga und Taylor Swift, aber auch für Musik von Altmeistern wie den Beatles oder Beach Boys. Die Firma gehört dem japanischen Elektronikriesen Sony und den Erben von Michael Jackson. Im Sommer schluckte sie die Verlagssparte des zerschlagenen britischen Musikkonzerns EMI und hat jetzt rund zwei Millionen Musikrechte. Während die Branche im Tonträger-Geschäft seit Jahren mit sinkenden CD-Verkäufen kämpft, sind Musikverlage nach wie vor eine sichere Bank.

Das "Wall Street Journal" hatte vor einigen Wochen erstmals über Apples Pläne für ein Internet-Radio berichtet und zugleich eingeschränkt, dass wegen der Rechteverhandlungen noch Monate bis zu einem Start vergehen könnten.

Apple ist mit seiner Online-Plattform iTunes der weltgrößte Musik-Verkäufer. Allerdings ist inzwischen immer mehr das Musik-Streaming auf dem Vormarsch, bei dem die Titel nicht mehr heruntergeladen, sondern direkt aus dem Internet abgespielt wird. Dabei gibt es zum einen Abo-Dienste wie Spotify, Napster oder Rdio, bei denen für eine Monatsgebühr uneingeschränkt Musik gehört werden kann. Einen solchen Dienst habe Apple ebenfalls erwogen, aber die Idee verworfen, schrieb das "Wall Street Journal". Der Apple-Dienst soll eher Pandora gleichen. Nach Informationen der "New York Post" strebt Apple aber eine flexiblere Lizenz mit mehr Nutzungsmöglichkeiten als bei Pandora an. Schon der erste Bericht im "Wall Street Journal" hatte den Aktienkurs des Internet-Radios einbrechen lassen.

Pandora ist ein Beispiel dafür, wie schwer es ist, mit dem Geschäftsmodell Geld zu verdienen - das Unternehmen hat massive Probleme, die Lizenzkosten wieder einzuspielen. Zuletzt gab es in dem Ende Juli abgeschlossenen ersten Geschäftshalbjahr wieder einen Verlust von 25,6 Millionen Dollar bei knapp 160 Millionen Dollar Umsatz. Dabei hat das fast ausschließlich in den USA aktive Internet-Radio 54,9 Millionen aktive Nutzer. Apple hat den Vorteil, dass es viel breiter im Geschäft mit der Musikindustrie aufgestellt ist und dadurch auch bessere Deals aushandeln kann.

Saskia Brintrup / dpa
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