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Montag, 01.10.2012 07:31

Windows 8 auf einem Touch-Notebook installiert: Wiederbelebung für alte Convertibles?

aus dem Bereich Computer

Ganz gut geschafft hat Microsoft den Spagat bei der Bildschirmtastatur. Ausgehend von der Windows-8-Oberfläche führt jeder Klick in ein Textfeld wie bei den mobilen Betriebssystemen iOS oder Android unweigerlich zur Anzeige der On-Screen-Tasten und es kann sofort losgetippt werden. Befindet sich der Anwender im Desktop-Modus, ist das nicht so. Stattdessen geht Microsoft von einer Hardware-Tastatureingabe aus, bietet über ein Symbol in der Taskleiste aber jederzeit einen schnellen Zugriff zur Touch-Eingabe. Auf unserem 11,6-Zoll-Testgerät hatten wir dementsprechend großzügigen Platz zum Tippen, 10-Finger-Schreiben klappte mangels haptischen Feedbacks weniger gut. Alternativ kann die Tastatur aufgeteilt und an den Rändern eingeblendet werden, um mit den Daumen zu schreiben, oder auf die Eingabe per Handschrift umgeschwenkt werden. Mit dem Finger geht das zwar weniger zügig und macht daher weniger Sinn, wurde in unserem Test aber auch korrekt interpretiert.

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Fazit: Sehr viel Potential auf Convertible-Geräten, ohne Touchscreen gewöhnungsbedürftig

Kommt bei der Touch-Steuerung von Windows 8 also endlich die Freude auf, die sich im Umgang mit Windows 7 nach kurzer Zeit in Enttäuschung umwandelte? Nach ein paar Tagen mit unserem Touch-Notebook lässt sich sagen: Ja! Endlich haben Touchscreens bei Laptops auch ohne Eingabestift eine Daseinsberechtigung, denn Windows 8 verleitet in der Kachel-Optik einfach dazu, die Flächen anzutippen anstatt mit der Maus anzusteuern. Und auch beim Blättern durch Fotos oder Nachrichten erwischt man sich dabei, wie der Finger in Richtung Display zielt. Sollte also noch ein berührumgsempfindliches Windows-7-Gerät zuhause herumliegen, so lässt sich dessen brachliegende Touch-Funktion jetzt sinnvoll zum Leben erwecken. Für die Desktop-Oberfläche hingegen bleibt die Verwendung eines Touchpads oder einer Maus zum vernünftigen Arbeiten weiterhin unumgänglich.

Windows 8 Apps und parallele Fenster
Installierte Windows-8-Apps kachelt das Betriebssystem an den rechten Rand (li); eine parallele Anzeige von Desktop-Anwendungen und Windows-8-Apps ist möglich (re).
Screenshots: onlinekosten.de. Zum Vergrößern Anklicken.

Ob das alles nun reicht, damit sich neue Notebook-Käufer ab sofort für Geräte mit Touchscreen entscheiden, ist schlichtweg eine Geschmacks- und Geldfrage. Schick und praktisch mag es sein, unbedingt nötig aber nicht. Für Technik-affine, die mit Touch-Betriebssystemen und Windows Erfahrung haben, ist Windows 8 eine interessante Kombination aus beiden Welten. Anfänger könnten aber mit zwei derart verschiedenen Systemen unter einer Haube hoffnungslos überfordert sein.

Ohne einen Touchscreen genutzt könnte Windows 8 ein schlankerer und flotterer Nachfolger von Windows 7 sein, wenn Microsoft einem nur die Wahl lassen würde, den Kachel-Look bei Bedarf einfach ganz abzuschalten. Vielleicht sollten Büro-Anwender und Kachel-Verweigerer bei dieser Gelegenheit auch ihren geliebten Start-Button und das Herunterfahren in zwei Klicks zurück erhalten. Doch stattdessen hat sich Microsoft dazu entschlossen, den Kunden die Kacheln anzutrainieren und gewohnte Muster abzugewöhnen. Was die Firmenkunden stört, könnte also genau diejenigen freuen, die einen klassischen Windows-PC bislang als langweilig und dröge abgestempelt haben, und sie für weitere Microsoft-Produkte wie Windows Phone 8 begeistern. Ein mutiger Schritt von den Redmondern - ob sich die neue Oberfläche auch auf Geräten ohne Touch-Funktion als eine Art iGoogle durchsetzen wird, werden die Anwender entscheiden.

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