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Montag, 24.09.2012 08:35

Randale in Foxconn-Werk

aus dem Bereich Sonstiges

Nach gewaltsamen Unruhen unter seinen Arbeitern hat der weltgrößte Elektronikhersteller Foxconn am Montag eines seiner Werke in China schließen müssen. Ein Streit zwischen Arbeitern am Sonntagabend in der Fabrik in Taiyuan in der Provinz Shanxi sei in Ausschreitungen eskaliert, an denen rund 2.000 Arbeiter teilgenommen hätten, berichtete das taiwanesische Unternehmen in Taipeh. Es habe rund 40 Verletzte sowie eine Reihe von Festnahmen gegeben.

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Teil der iPhone 5-Fertigung?

Das 79.000 Mitarbeiter zählende Werk ist nach einem Bericht der chinesischen Computerzeitung "Diannaobao" auch Teil der Produktionskette für das neue iPhone 5. Foxconn ist für die Fertigung von Apple-Produkten bekannt, produziert aber auch für große Computerfirmen wie Dell, Hewlett-Packard, Sony und andere. Foxconn wollte auf Anfrage nicht bestätigen, ob in Taiyuan auch Teile für das neue iPhone 5 hergestellt werden.

Um die Ausschreitungen unter Kontrolle zu bringen, wurden rund 5.000 Polizisten mobilisiert, wie die Polizei in Taiyuan laut Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Bis Montagmorgen sei die Ordnung wieder hergestellt worden. Die Ursache des Streits werde untersucht. "Wir haben das Werk geschlossen, um bei den Ermittlungen zu kooperieren", sagte Foxconn-Sprecher Uno Chen der dpa. "Es wird wieder geöffnet, wenn die Untersuchung beendet ist." Der Sprecher äußerte die Hoffnung, dass die Schließung nur einen Tag dauern wird.

Das Unternehmen beschäftigt in China mehr als eine Million Mitarbeiter. Wegen seiner Arbeitsbedingungen und seines strengen Managementstils war Foxconn in den vergangenen zwei Jahren ins Gerede gekommen. Eine von Apple selbst eingeleitete unabhängige Inspektion seines wichtigsten Fertigers hatte im März zahlreiche Missstände aufgedeckt. Bemängelt wurden unter anderem viel zu lange Arbeitszeiten von teilweise mehr als 60 Stunden pro Woche und mangelhafte Sicherheits- und Gesundheitsbedingungen.

Ausufernder Streit

Die Ausschreitungen in Taiyuan begannen nach Angaben von Foxconn mit einem "persönlichen Streit" zwischen Arbeitern in einem privat geführten Wohnheim außerhalb des Werkes. Der Streit "scheint nichts mit der Arbeit zu tun gehabt zu haben", hieß es in einer Erklärung in Taipeh. In Fotos, die im Internet verbreitet wurden, zeigte sich aber, dass auch Foxconn-Einrichtungen Ziel der Ausschreitungen waren. Ein Wachhäuschen wurde umgekippt. Bei einem Bus waren Scheiben eingeschlagen. Autos wurden umgestürzt, darunter ein Polizeiwagen. Hundertschaften der Polizei sicherten die Straßen um das Werk. In einem Video waren johlende Arbeiter und Sicherheitskräfte zu sehen.

Hayo Lücke / dpa
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