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Freitag, 21.09.2012 19:46

500 Millionen Dollar Strafe für taiwanisches LCD-Kartell

aus dem Bereich Sonstiges

Eine Gruppe asiatischer Firmen mauschelte über Jahre bei Preisen für Displays. Nun bekommt einer der Beteiligten in den USA die Quittung mit einer Strafe in Rekordhöhe.

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Preisabsprachen bei Flachbildschirmen

Wegen jahrelanger Preisabsprachen bei Flachbildschirmen hat ein US-Gericht eine der höchsten Kartellstrafen aller Zeiten gegen einen taiwanischen Hersteller verhängt. AU Optronics soll 500 Millionen Dollar zahlen (385 Millionen Euro). Zudem müssen zwei frühere Topmanager des Unternehmens für drei Jahre ins Gefängnis und jeweils 200.000 Dollar berappen.

Richterin Susan Illston erließ das Urteil am Donnerstag in San Francisco. Die Anklage hatte AU Optronics vorgeworfen, sich mit seinen Wettbewerbern von 2001 bis 2006 bei den weltweiten Preisen für sogenannte LCD abgestimmt zu haben. Die Manager der asiatischen Firmen hätten sich dazu jeden Monat in Hotelzimmern, Karaoke-Bars oder in Teestuben getroffen.

Samsung und Sharp einigten sich mit der US-Justiz

Jeder Käufer eines neuen Laptops, eines Computermonitors oder eines Flachbildfernsehers habe wegen der Absprachen mehr für sein Gerät bezahlen müssen, sagte Kartellwächter Scott Hammond vom Justizministerium in Washington. Die LCD wurden demnach unter anderem in Computern von Apple, Dell oder Hewlett-Packard verbaut.

Es ist die höchste Strafe, die einem Unternehmen wegen des LCD-Kartells aufgebrummt wurde. Die Staatsanwaltschaft hatte sogar noch eine schärfere Bestrafung verlangt. AU Optronics will gegen das Urteil vorgehen.

Andere Firmen - darunter bekannte Namen wie Samsung und Sharp - hatten sich zwischenzeitlich auf Vergleiche mit der US-Justiz geeinigt. Sie mussten zusammen 890 Millionen Dollar zahlen. Die EU-Kommission hatte im Jahr 2010 wegen der gleichen Vorwürfe ebenfalls ein Bußgeld über 649 Millionen Euro gegen mehrere LCD-Firmen verhängt.

Jörg Schamberg / dpa
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