Anzeige:
Sonntag, 23.09.2012 12:01

Spracherkennung im Test: Dragon Naturally Speaking

aus dem Bereich Computer

Schwierig wurde es dann, als ich Texte aus unserer Computer-Rubrik vorgelesen habe. Komplizierte Wortneuschöpfungen, Modellbezeichnungen einer Grafikkarte oder Ungetüme wie "Core-i7-Quad-Core-Prozessor" führten zu Missverständnissen, wie "Chor" statt "Core". So kam ich nicht darum herum, der Dragon-Software einige News und Testberichte vorzusetzen und ihr neue Vokabeln wie "Ultrabook" oder "Vaio" anzutrainieren. Damit sie beim nächsten mal erkannt werden, müssen sie vorgesprochen werden. In der Praxis klappt das auch sehr gut: Anschließend ließen sich ein Artikel über ein neues Ultrabook und ein Diktat zum Thema TFT-Monitore inklusive Kürzeln wie "HDMI" oder "Dual-Link DVI" mit nur sehr wenigen Fehlern in einen Text umwandeln. Einen ähnlichen Versuch unternahm ich mit einem Text von einer Website einer Airline. Zunächst wurden Begriffe wie "Einchecken", "Boarding" oder "nachbuchen" entweder völlig missverstanden oder falsch geschrieben. Nach einigen manuellen Korrekturen und Neuaufnahmen in die Vokabelliste konnte auch dieser Text korrekt verstanden werden. Bei Texten aus den Rubriken Politik und Wissenschaft habe ich festgestellt, dass Orte und Tierarten kaum Probleme bereiten, Namen aber unter Umständen schon.

Anzeige

Die Maus bleibt unverzichtbar

Leerzeichen oder die Großschreibung am Satzanfang werden selbstständig vorgenommen. Für die Schreibung von Zahlen, Daten oder Prozentangaben bringt Dragon SmartFormat-Regeln mit, die sich an den Nutzer anpassen sollen. Wer "3 Prozent" statt "3 %" bevorzugt, muss dies nicht immer wieder korrigieren. Kniffelig ist es hingegen, wenn Begriffe ausgeschrieben werden sollen, die mit einem Befehl übereinstimmen, oder umgekehrt, wenn ein Sprachbefehl ausgeführt werden soll, das Programm diesen aber als Text interpretiert und niederschreibt. Generell ist es am Anfang verwirrend zu sehen, wie viele verschiedene Sprachbefehle es gibt. Die beiliegende Kurzübersicht listet bereits um die 100 Ausdrücke auf. Allerdings sind diese natürlich nicht alle nötig, um einfache Texte zu diktieren. In diesem Fall reicht es aus, Befehle für eine neue Zeile, einen Absatz oder zum Korrigieren von Wörtern zu kennen. Notfalls ist es auch an jeder Stelle möglich, Maus und Tastatur zu Hilfe zu nehmen. Gerade bei umfangreicheren Korrekturen ist das in der Regel auch der schnellere Weg. Und kryptische Produktnamen aus Buchstaben und Ziffern habe ich lieber eben getippt als Ketten wie "Groß S, klein e, Ziffer 3, Groß m" vorsprechen zu müssen.

Nuance Dragon Naturally Speaking 12 Lerndokumente
Die "Ausbeute" nach einem Beispieltext von Germanwings. Screenshot: onlinekosten.de

Extras: Computer steuern, mobil diktieren, twittern

Auch wenn es Dragons Hauptaufgabe ist, Sprache in Text umzuwandeln, kann das Programm noch einiges mehr, zum Beispiel den Computer steuern. Über eine Vielzahl von Sprachbefehlen lassen sich Programme öffnen oder schließen, neue E-Mails verfassen oder alte Nachrichten löschen, Suchanfragen in Bing, Wikipedia und auf dem eigenen Rechner starten, die Systemsteuerung anzeigen und Fenster wechseln. Sogar der Mauszeiger kann per Sprache gesteuert werden. In der Premium-Version von Dragon Naturally Speaking sind Excel- und Word-Tabellen erstellbar und unterwegs Diktate mit dem iPhone, iPod oder Android-Handy aufnehmbar, um sie später zuhause am PC schreiben zu lassen. Zudem können die Web Mail-Programme Gmail und Hotmail (auch in Chrome) einbezogen und Tweets und Status-Updates bei Twitter beziehungsweise Facebook allein per Spracheingabe angestoßen werden.

Praxiseindruck zur PC-Steuerung

Aber nicht alles wollte so, wie ich es gerne hätte. Insbesondere das Steuern des Mauszeigers per Stimme ist ungewohnt, ein gesprochenes "Stopp" wollte Dragen in LibreOffice nicht verstehen und markierte weiter fröhlich Text, im eigenen Editor war das aber problemlos möglich. Auch das Auswählen der verschiedenen Felder in E-Mails ist ein Beispiel für eine Funktion, die nicht jedermanns Sache ist, zumindest nicht meine; ich greife lieber weiterhin selbst zur Maus, um zwischen Adress- und Betreffzeile zu wechseln. "Wikipedia" wollte Dragon partout nicht verstehen, öffnete dafür aber manchmal ICQ oder den Windows-Dialog für Wählverbindungen, während ich einen Text - meiner Meinung nach ohne entsprechende Schlagworte - diktierte. Hier hilft es, den Modus auf reines Diktieren oder aber Befehle umzustellen. Twittern, Googeln und die Diktatfunktion für mobile Geräte klappten wiederum auf Anhieb. Auch an das Öffnen und Schließen von Anwendungen oder System-Elementen per Sprachbefehl, ebenfalls reibungslos, kann man sich aus Bequemlichkeit schnell gewöhnen. Den Desktop anzeigen, die Systemsteuerung aufrufen (und per "Klick System" schnell zum Unterpunkt), den Browser oder iTunes starten – das alles ist schon sehr praktisch. Wer mit Maus und Tastatur zügig unterwegs ist und Shortcuts nutzt, wird daher vielleicht keinen Vorteil in der Sprachbedienung sehen, den Mausarm schont es allemal.

Kommentieren (Neuen Kommentar verfassen):
 Sinn? Einsatzgebiete? Beschränkungen (4 Beiträge) 
    Zuletzt kommentiert von citrus50 am 24.09.2012 um 15:13 Uhr
 Suche

  News
Dienstag, 30.06.2015
Apple Music gestartet - neue iOS-Version 8.4 verfügbar
"ShareTheMeal": Smartphone-App der UN soll hungernden Kindern helfen
Umstellung auf IP: Telekom-Kunden müssen Vertrag nicht vorzeitig verlängern
"Telekom Mail"-App jetzt auch für iPad und Android verfügbar
DISQ-Studie: Service der Smartphone-Hersteller leicht verbessert - Samsung vor Apple
DB Navigator: Neues Design und neue Features
Microsoft-Neuordnung: AOL übernimmt Online-Werbung, Uber die Kartenentwicklung
EU beschließt Roaming-Ende für Sommer 2017 - Einigung auch bei Netzneutralität
Montag, 29.06.2015
Polizei findet gestohlenes Handy nach Ortung in Unterhose
Unitymedia erhöht Internet-Speed für Businesskunden auf bis zu 250 Mbit/s
Olympia: Discovery schnappt sich TV-Rechte - keine Übertragung von ARD und ZDF?
Kabel Deutschland: Preiserhöhung für rund 390.000 Bestandskunden mit Alt-Tarifen
BITKOM: Tipps zum Vermeiden von Roaming-Kostenfallen im Urlaub
Otelo: Allnet-Flat M und 500-MB-Datenflat mit Samsung Galaxy A3 für 17,99 Euro
Aktion "Saubere Handys": Missio fordert Verzicht auf "Blutmineral" Coltan
Weitere News
Prepaid Handy
Mit einem Prepaid-Tarif lässt sich bei voller Kostenkontrolle telefonieren. Allerdings benötigt man dann auch ein Handy ohne Vertrag.
Wer einen Discounter-Tarif bei Anbietern wie Fonic oder Simyo wählt, muss sich noch nach einem Prepaid Handy umsehen.
Verschiedene Modelle gibt es in unserer Handy Übersicht.
ADSL Anschluss
Ein DSL Anschluss ist der Standardzugang der meisten Internetprovider.
Ob 1&1, der Billiganbieter congstar oder früher auch QSC oder freenet: Alle setzen auf die ADSL Technik.
Dazu gibt's verschiedene Flatrates. Neben einer Internet Flatrate ist bei vielen Angeboten oft auch eine Festnetz Flatrate inklusive.
© 1999-2015 onlinekosten.de GmbH :: Datenschutz :: Impressum :: Leistungsschutzrecht :: Presse :: Jobs