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Sonntag, 23.09.2012 12:01

Spracherkennung im Test: Dragon Naturally Speaking

aus dem Bereich Computer
Von Saskia Brintrup

Siri auf dem iPhone 4S, Googles Sprachsuche und -befehle in Android oder Fuchtel-Fernbedienungen mit Mikrofon: das Thema Spracherkennung breitet sich immer weiter aus – und scheidet doch die Geister, denn nicht jeder kann damit etwas anfangen. "Zu kompliziert, langsamer als selbst zu tippen, zu fehleranfällig", sagen die einen, "praktisch und zeitsparend", sagen die anderen. Ich persönlich nutze Sprachassistenten gerne, wenn sie mich denn verstehen. Auf die Diktierfunktion beim neuen iPad möchte ich nicht mehr verzichten: Auch wenn wir immer mal wieder unsere Verständigungsschwierigkeiten haben, kurze, einfache E-Mails sind trotzdem schnell diktiert. Ein guter Zeitpunkt, um zu schauen, mit welchen Fähigkeiten eine Spracherkennungssoftware für den PC mittlerweile gesegnet ist. Hierzu habe ich das neue Dragon Naturally Speaking 12 für Windows von Nuance ausprobiert. Das Programm verspricht eine noch bessere Erkennungsgenauigkeit als bei der Vorgängerversion und außerdem eine benutzerfreundliche Bedienung, mit verpackt ist eine umfangreiche Sprachsteuerung für den PC. Klingt gut, erfordert aber etwas Einarbeitung, wie sich später zeigte.

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Installation und Einarbeitung

Während der Installation legt Dragon ein persönliches Sprachprofil an, in dem Informationen wie die Stimmlage, Sprechgeschwindigkeit und Akzent des Nutzers gespeichert werden. Nach der jeweiligen Sprache wird zur besseren Einordnung auch das Alter erfragt, diese Angabe ist aber freiwillig. Jedenfalls wird das Profil nach und nach verfeinert und die Erkennung verbessert, zur Verarbeitung der aufgelaufenen Änderungen kann täglich oder wöchentlich ein Zeitfenster reserviert werden. Ist die Installation abgeschlossen, wird das beiliegende Headset eingerichtet. Es ist ein günstiges Modell mit Klinkensteckern, sitzt etwas stramm, aber dennoch nicht unbequem. Wer möchte, kann ersatzweise auf einen Bluetooth-Kopfhörer mit Mikrofon oder via App auf ein Android-Smartphone oder iOS-Gerät zum Reinsprechen zurückgreifen. Die Überprüfung der Aufnahmequalität musste ich mehrfach über mich ergehen lassen und die Dezibel-Zahl in den Sound-Optionen von Windows erhöhen, um endlich ein "ausreichend" anstelle eines "fehlgeschlagen" zu erhalten. Dragon legt sich nach der Installation als Leiste oberhalb sämtlicher Anwendungen ab, diese lässt sich im Nachhinein auch an eine andere Stelle verschieben.

Nuance Dragon Naturally Speaking 12
So legt sich Dragon um ein Browser-Fenster. Oben zu sehen: die Menüleiste, rechts im Bild: die Randleiste mit den Befehlen. In der Mitte: das DragonPad-Eingabefenster und das Korrekturmenü. Screenshot: onlinekosten.de

Kurzes Training, kurzes Lernprogramm und los gehts

Anschließend geht das Training los. Bildschirmanweisungen geben kurze Textpassagen vor, so beginnt das Programm zu lernen und informiert gleichzeitig über die Funktionsweise und Features der Software. Die darauffolgende Verarbeitung der Sprachdaten dauerte etwa sechs Minuten. Auf einem performanteren System als meines (AMD Athlon X2 Dual-Core 5000+ mit 2,6 Gigahertz, 3,37 Gigabyte nutzbarer RAM) mag das schneller gehen. Wer der Angabe von Nuance nicht traut, dass bereits zu Beginn bis zu 99 Prozent des Gesagten verstanden wird, kann die Spracherkennung an dieser Stelle mit Kontaktnamen und E-Mails aus Outlook, Windows Live Mail oder Lotus Notes sowie Dokumenten in bestimmten Dateiformaten füttern, um persönliches Vokabular mit einzuarbeiten. Alternativ lässt sich das auf später verschieben und manuell immer wieder aufrufen. Bevor es richtig losgeht, empfiehlt es sich noch, das Lernprogramm durchzugehen, was weniger zeitaufwendig ist als man vermuten könnte.

Überall diktieren

Am umfangreichsten sind die Möglichkeiten, wenn Microsoft-Programme genutzt werden. Doch auch Mozilla Thunderbird, Firefox oder OpenOffice zählen zu den unterstützten Programmen. Generell lässt sich jedes Textfeld zur Eingabe nutzen, alternativ steht mit DragonPad ein eigener Editor bereit. Ist kein Cursor platziert, öffnet sich beim Sprechen ein Eingabefenster, das den Gedanken festhält. Texte ohne besondere Schwierigkeiten konnte Dragon 12 tatsächlich sofort ohne große Schnitzer verstehen, obwohl ich die Informationsfütterung verschoben und keine weiteren Übungstexte eingelesen hatte. Um ein möglichst gutes Ergebnis zu erreichen, sollte getreu dem Motto "erst denken, dann reden" in zusammenhängenden Sätzen und in natürlicher Sprechweise diktiert werden, da das Programm dann auf Kontextinformationen zurückgreifen kann. Wer probeweise wie ein Roboter spricht oder zwischendurch ins Stocken gerät, hat aber dennoch gute Chancen, verstanden zu werden - wie ich gemerkt habe. (Allerdings musste ich "ins Stocken gerät" ein zweites mal sprechen, beim ersten Versuch verstand das Programm fälschlicherweise "Starte Mahjong Titans" und tat genau das?!) Nach einzelnen Sätzen so lange zu warten, bis der Text erscheint, ist völlig unnötig. Stattdessen kann einfach weiter diktiert werden.

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    Zuletzt kommentiert von citrus50 am 24.09.2012 um 15:13 Uhr
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