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Samstag, 08.09.2012 00:01

Google Nexus 7 im Test: Apple & Amazon aufgepasst

aus dem Bereich Computer

Wer Android 4.0 alias Ice Cream Sandwich mit dem neuen Jelly Bean vergleicht, wird nicht nur zahlreiche augenscheinliche Unterschiede feststellen, sondern auch bemerken, dass das Navigieren durch das mobile Betriebssystem und Browsen flüssiger wirkt. Googles Project Butter, in dem beispielsweise die Reaktionsfähigkeit und die Bildwiederholrate gesteigert wurde, trägt seinen Namen offenbar zu Recht. Die Startseite wurde völlig umgemodelt, ohne Verknüpfung mit einem Google-Konto ist sie nur mit einem entsprechenden Hinweis geschmückt. Die Anmeldung erfolgt beim ersten Durchlauf, bei dem Android auch den Import bestehender Kontodaten eines früheren Tablets anbietet und außerdem eine 20-Euro-Gutschrift für Google Play offeriert, wenn eine Kreditkarte hinterlegt wird. Nett: Anschließend wird eine Begrüßungs-E-Mail verschickt, die nicht nur dazu animiert, Geld in Googles Shop zu lassen, sondern auch einen Link zur Online-Hilfe des Nexus 7 enthält.

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Google Nexus 7 Test – Inhalt

  • Seite 1: Optik, Schnittstellen, Lautsprecher und Display
  • Seite 2: Android-Oberfläche, Apps, Sprachassistent und Google Now
  • Seite 3: Hardware, Akkulaufzeit, Fazit und Test-Tabelle

Startbildschirm nach Maß

Nach der Einrichtung präsentieren sich auf dem Startbildschirm Inhalte aus der persönlichen "Bibliothek" wie E-Books, Filme und zuletzt gehörte Musiktitel, die nebeneinander gekachelt werden. Android wählt selbständig Symbole verschiedener Größen, mit Antippen und Gedrückthalten ist es jedoch möglich, das Paket im Ganzen zu verschieben, die Grafiken zu vergrößern oder zu verkleinern oder alles in den Papierkorb zu befördern und durch Verknüpfungen zu Apps oder Widgets zu ersetzen. Diese machen automatisch Platz, wenn ihnen neue in die Quere kommen. Wird ein App-Symbol auf ein anderes gezogen, lässt sich ein Ordner erstellen.

Vorinstallierte Apps

Bereits auf dem Tablet installiert sind die Google-Dienste Gmail, Chrome anstelle des Android-Browsers, Google+, YouTube, Maps, Earth, Currents sowie Kontakte, ein Kalender und die Android-typische Fotogalerie. Sie alle versammelt das Nexus 7 in einem gemeinsamen Ordner in einer Leiste auf der Startseite. Von dort aus sind auch der App-Shop, die Musikfunktion, Bücher und die Liste aller Apps zu erreichen. War dieser Punkt in der letzten Android-Version noch am oberen Bildschirmrand untergebracht, macht er sich nun also unten mittig durch sechs Punkte in einem Kreis bemerkbar. Rotieren möchte das Nexus 7 auf dem Home-Bildschirm und im App-Menü nicht, stattdessen ist die Hochkant-Ansicht Pflicht.


Von links nach rechts: Leihfilme in Google Play, die Statusleiste mit Startbildschirm im Hintergrund, onlinekosten.de in der Google+-App und ein vergrößerter Beitrag in Google+ mit Bild. Screenshots: onlinekosten.de. Zum Vergrößern anklicken.

Browsing und Filme

Chrome verhält sich beim Surfen ähnlich wie der frühere Android-Browser, soll heißen, er gibt Webseiten zu verstehen, dass ein Mobilgerät am Werk ist und zeigt dementsprechend nur auf Anfrage die Standardversion an. Ebenfalls verewigt hat sich die Mitte August gestartete Filmbibliothek von Google Play, Transformers 3 kann sofort kostenlos angeschaut werden. Trotz HD-Auflösung startete die Wiedergabe unmittelbar, auch beim Vor- oder Zurückspringen innerhalb des Films ging es zügig weiter. Alternativ lassen sich Filme zum Offline-Ansehen herunterladen.

Der Nutzer fragt, das Nexus antwortet

Auch die Suche wurde überarbeitet beziehungsweise aufgehübscht und der Sprachassistent erweitert. Dass die Antworten im Siri-Stil automatisch vorgelesen werden, klappt leider nur bei einigen Fragen und nur auf Englisch. Wir mussten vorgeben, uns in den USA aufzuhalten, um die Funktion auszuprobieren – dann beantwortete uns das Nexus 7 Fragen nach Hauptstädten, der Höhe von Gebäuden, nannte uns die Firmengründer von Google und erklärte Begriffe. Beim Diktieren von E-Mails kommt allerdings immer noch keine Freude auf. Zwar versteht Androids Spracheingabe auf Deutsch eingestreute englische Begriffe besser als die Diktierfunktion des iPad, macht aber einen Bogen um Satzzeichen und schreibt diese stattdessen aus. Auf Englisch ist das anders. Ebenfalls nur für US-Nutzer möglich: den Sprachassistenten offline nutzen.

Google Now steht für persönlich zugeschnittene Informationen wie das Wetter am aktuellen Standort, Erinnerungen an Termine, Verkehrsinformationen für regelmäßig zurückgelegte Strecken mit dem Auto oder Verspätungen im Flug- und Bahnverkehr. Für solchen Komfort bezahlt der Nutzer mit seinen Daten; Google verwendet unter anderem die Position und Kalendereinträge und lernt nach und nach dazu. In unserer kurzen Testphase ohne Standortwechsel zeigte uns die Funktion nur Wetter und Kinoprogramm an.

Zu den weiteren Verbesserungen der aktuellen Android-Ausgabe gehören Accessibility-Optimierungen wie ein Gestenmodus und eine Vorlesfunktion, NFC – beim Nexus 7 mit an Bord – und eine veränderte Statuseiste. Diese blendet gewohnte Infos wie aktualisierte Anwendungen und fertiggestellte Downloads ein, zeigt aber auch durchgeführte Aktionen (zum Beispiel: Screenshot erstellt) an und reichert die Einträge gegebenenfalls mit Vorschaubildern an. Erfreulich ist, dass sich von dort aus auch Inhalte weiterteilen lassen.

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