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Montag, 03.09.2012 15:31

Condor BoardConnect im Test

aus dem Bereich Computer
Von Hayo Lücke

Frankfurt Flughafen, Sonntag, 15 Uhr. Eigentlich sollte Condor Flug DE 7228 pünktlich in Richtung Rhodos abheben, doch eine kleine Sensorbox lässt keinen pünktlichen Start zu. Erst nach einem Austausch gibt der Kapitän nach einem erneuten Check der Systeme grünes Licht für den Jungfernflug des Condor BoardConnect. Anders als der Name vielleicht vermuten lässt, handelt es sich dabei (noch) nicht um eine Lösung, die Internetverbindungen an Bord eines Flugzeugs ermöglicht, sondern um einen Streaming-Dienst, der Filme, Dokumentationen, TV-Serien und Musik von einem Server im Flugzeugbauch per WLAN auf Smartphones, Tablets und Notebooks überträgt.

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Zunächst nur eine BoardConnect-Maschine

Ab Mitte September wird die BoardConnect-Lösung, die zusammen mit Lufthansa Systems entwickelt wurde, in zunächst einer Boeing 767-300 von Condor (D-ABUZ) auf Langstrecken-Verbindungen getestet. Erst im Anschluss an die bis zum Jahresende dauernde Testphase soll nach Auswertung von Kundenbefragungen entschieden werden, ob noch weitere Jets entsprechend aufgerüstet werden. Wichtig für alle Interessierten: bis auf Weiteres steht BoardConnect, das sozusagen eine Art Intranet im Flugzeug ist, nur Nutzern zur Verfügung, die einen Rechner mit Silverlight-Unterstützung nutzen oder über ein Endgerät mit iOS-Betriebssystem (iPad, iPod Touch, iPhone) verfügen. Erst in einigen Wochen wird es auch eine App für Android-Nutzer geben.

Doch hält das BoardConnect tatsächlich das, was es verspricht? Um es kurz zu machen: durchaus! Sowohl auf dem Notebook als auch auf dem iPhone und den im Flugzeug in einer kleinen Anzahl leihweise zur Verfügung gestellten iPads war eine störungsfreie Nutzung ohne Ruckler möglich. Allerdings wurde das System während unseres Testfluges nur von einigen wenigen Journalisten genutzt und nicht etwa von einem Großteil der Passagiere. Gleichwohl versprechen Condor und Lufthansa Systems, dass über die in der Kabine installierten WLAN-Access Points theoretisch alle 260 Passagiere an Bord der Boeing 767 parallel auf das Audio- und Video on Demand-Angebot zugreifen können.

Condor BoardConnect
Startseite des Condor BoardConnect auf einem iPad von Apple. Bild: onlinekosten.de
Condor BoardConnect
Leih-iPad mit Stand-Vorrichtung. Bild: onlinekosten.de

Momentan wird Zugriff auf 20 Filme gewährt, die aber alle schon ein wenig älter sind. Auswählbar sind zum Beispiel Streifen wie "Rio", "Black Swan" oder "127 Hours". Ergänzend dazu sind einzelne Folgen von TV-Serien wie "Futurama", "Simpsons" und "How I Met Your Mother" zu sehen – alles jeweils auf Deutsch oder Englisch. Das Audio-Angebot umfasst nicht nur ein spezielles Radio-Programm von Condor, sondern auch 26 Musikalben verschiedener Künstler. Mit von der Partie sind zum Beispiel Lady Gaga, Beyonce, David Guetta oder auch Hansi Hinterseer.

Hollywood erwartet Schutzmaßnahmen

In welchem Zeitraum Aktualisierungen der bereitgestellten Inhalte erfolgen, kann Condor selbst entscheiden. Bei Filmen müssen in Zukunft jedoch unter bestimmten Umständen Einschränkungen in Kauf genommen werden. Denn wenn ein an Bord gezeigter Film noch im Kino läuft, darf Condor ihn nicht für das Streaming auf von Passagieren selbst mitgebrachten Endgeräten freischalten. Nur die an Bord erhältlichen iPads, die mit einer speziellen Hülle vor Mitschnitten jeglicher Art geschützt sind, können grundsätzlich alle Inhalte abspielen. Dieses Zugeständnis musste Condor machen, um die Bedenken der Filmstudios aus Hollywood zu zerstreuen, wie Sandra Hammer, Sprecherin von Lufthansa Systems, erklärt.

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