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Sonntag, 02.09.2012 00:01

Joyn soll Rivalen aus dem Netz abwehren

aus den Bereichen IFA, Mobilfunk

WhatsApp, Skype oder iMessage - für den schnellen Austausch von Mitteilungen über das Handy nutzen immer mehr Menschen kostenlose Datendienste statt SMS. Die Kurznachrichten haben den Mobilfunkanbietern in Deutschland jahrelang Milliardenumsätze beschert. Die Ära der SMS neigt sich aber jetzt langsam dem Ende zu. Die Deutsche Telekom und Vodafone reagieren auf die Entwicklung und werben auf der Berliner Technik-Messe IFA für den SMS-Nachfolger Joyn.

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Problem: aktuell geringe Verbreitung

Die Umsätze mit SMS in Deutschland sind nach einer Erhebung der Münchener Beratungsgesellschaft Mücke Sturm & Company seit 2006 von jährlich 3,8 auf 2,7 Milliarden Euro zurückgegangen. In anderen Ländern wie den Niederlanden ist der Rückgang noch rasanter. Genutzt wird SMS zwar weiter, inzwischen müssen aber viele Kunden nicht mehr für jede Mitteilung zahlen, weil die Nutzung oft schon in den Tarifen mit enthalten ist. "Die SMS wird sicherlich nicht ganz verdrängt, aber für die Netzbetreiber sind die Margen dahin", sagt Berater Jens Gutsche, der auch an der Hochschule Merseburg Professor für Marketing und E-Commerce ist. Mit Joyn werden nun neue Geschäftsmodelle entwickelt.

Für Vodafone gab der neue Deutschland-Chef Jens Schulte-Bockum den Startschuss. "Wir führen das jetzt ein, ich habe das gestern selbst heruntergeladen", sagte er auf der IFA. Die Anwendung sei ein "Zukunftsdienst für Messaging, für Videoanrufe, letztlich auch für Voice over IP", erklärte der Manager. Zunächst nur für Android-Smartphones verfügbar, soll es die Joyn-Software auch bald fürs iPhone und Windows-Phones geben. Die Telekom kündigte in Berlin an, den Dienst im Dezember einzuführen.

Über RCS-e (Rich Communication Suite-enhanced) - wie der technische Standard für Joyn heißt - können Nutzer nicht nur Textmitteilungen austauschen, sondern auch Dateien verschicken oder sich zu Videokonferenzen treffen. All das wird übers Internet abgewickelt, benötigt wird also ein Datentarif fürs Smartphone. Ein weiterer Pluspunkt: Die Technik soll Kommunikationspannen wegen schlechter Verbindungen von vornherein verhindern: "Joyn erkennt Bedingungen wie die Qualität der Netzverbindung des anderen Gerätes und passt sich daran an", erklärt der Verband der Mobilfunkanbieter (GSMA), der den Standard entwickelt hat. All das soll unabhängig vom Betriebssystem und Netzanbieter funktionieren.

Hauptproblem für den Start von Joyn ist die derzeit noch geringe Verbreitung. Doch Telekom-Manager Kobus Smit ist davon überzeugt, dass der Dienst bald auf allen neuen Geräten zu finden ist. Neun der zehn größten Hersteller hätten bereits erklärt, den Dienst tief in ihre neuen Smartphones zu integrieren. Wer schon ein Gerät hat, kann sich mit einer App behelfen. Das gilt auch für iPhone-Nutzer - Apple ist derzeit nicht dabei. "Joyn soll der gemeinsame Nenner für Kommunikations-Apps werden", sagt Smit, der bei der Telekom für den Dienst zuständig ist.

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