Der Weg zur Veröffentlichung ist für die Autoren einfach: Sie müssen nur ihr Manuskript in eine bestimmte Form bringen und es dann auf der Online-Plattform eines Lesegeräts - wie beispielsweise dem Kindle von Amazon, dem iPad von Apple oder dem eReader von Sony - hochladen. Um Präsentation, Abwicklung der Verkäufe und Schutz vor Vervielfältigung kümmert sich der Anbieter und behält dafür einen Teil des meist sehr niedrigen Buchpreises. Jonas Winners Thriller "Berlin Gothic" ist bei Amazon beispielsweise für 0,99 Euro zu haben, Michael Prescotts "Riptide" für 2,45 Euro. Die traditionellen Verlage bleiben erstmal außen vor.
Anzeige
| ||
Selbstverlegen als Sprungbrett
Aber nicht jedes Buch habe das Zeug zum Online-Bestseller, sagt Star-Autorin Hocking. "Jeder kann auf "Upload" klicken und etwas ins Internet schmeißen, aber ein Produkt zu erstellen, das die Menschen auch wirklich kaufen wollen und das dann auch zu bewerben, ist eine Menge Arbeit." Hockings letztendliche Antwort darauf war eine, die Verlegern Mut macht. "Ich habe meinem Agenten gesagt, dass ich mit dem Selbstverlegen aufhören und meine Bücher wieder in die Geschäfte bringen möchte." Das Selbstverlegen war für sie ein Sprungbrett.
Auch Verlage können profitieren
Denn auch die Verlage können vom "Self Publishing" profitieren: Sie müssen sich nicht mehr auf ihr Bauchgefühl und einige Testleser verlassen, wenn sie ein Buch herausbringen, sondern können sich aus dem von vielen Lesern bewerteten und durchforschten Online-Buchmarkt die Juwelen herauspicken. "Es ist eigentlich wie früher mit dem Haufen der unverlangt eingesandten Manuskripte", sagte Hockings dem Verleger Andrew Martin von der "USA Today". "Der wird durchgesucht und das Beste kommt nach ganz oben. Ich kaufe dann nicht wirklich ein einzelnes Buch, sondern baue eine Karriere mit einem Autor auf."


