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Sonntag, 02.09.2012 09:01

Mobilfunk-Konzerne: Schnelles LTE-Netz für alle

aus den Bereichen Breitband, Mobilfunk

Zwei Jahre nach der konkreten Zuteilung der Frequenzen für den Mobilfunk der vierten Generation in Deutschland soll das LTE-Netz in Deutschland nun tatsächlich ein Massenpublikum erreichen. Bislang diente LTE hierzulande vor allem dazu, die weißen Flecken der Internet-Breitbandversorgung in den ländlichen Gebieten zu beseitigen. Das hatte die Politik den Mobilfunkkonzernen bei der Lizenzvergabe im Frühjahr 2010 so vorgeschrieben. Inzwischen ist diese Pflichtaufgabe erfüllt.

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Mobilfunknetze am Kapazitätslimit

Etliche Millionen Menschen in Deutschland sind zumindest theoretisch bereits mit dem Turbo-Mobilfunknetz versorgt. Vodafone spricht von "17 Millionen Haushalten in Deutschland", für die ein LTE-Netz zur Verfügung stehe. Die Telekom verweist auf "zehn Millionen Menschen in ländlich strukturierten Gebieten", die versorgt seien. Von diesen Haushalten hat allerdings nur ein Bruchteil tatsächlich einen Vertrag über das schnelle Mobilfunknetz abgeschlossen. Daher streben die Deutsche Telekom, Vodafone & Co. nun in die Städte, wo die Mobilfunknetze der zweiten und dritten Generation aus allen Nähten platzen. "Der Boom der Smartphones hat in den Netzen Spuren hinterlassen", räumt der neue Vodafone-Deutschland-Chef Jens Schulte-Bockum ein. LTE soll hier Abhilfe schaffen.

Für die Eroberung der Städte mit der vierten Mobilfunkgeneration mussten die Provider lange auf geeignete Endgeräte warten, denn für eine Nutzung des LTE-Netzes in der Stadt werden vor allem 4G-taugliche Smartphones, Tablet Computer und Surfsticks für den Laptop benötigt. Inzwischen haben neue Smartphones wie das HTC One XL, das Samsung S3 LTE und das auf der IFA vorgestellte Sony Xperia V diesen Engpass quasi beseitigt. Und auch bei den Tablet-Computern ist mit ersten LTE-Geräten Besserung in Sicht, auch wenn das iPad vom Marktführer Apple derzeit das in Deutschland verwendete LTE-Frequenzspektrum nicht unterstützt.

Bundesnetzagentur als Hindernis

Als echtes Hindernis beim LTE-Ausbau hat sich nach Einschätzung der Provider der LTE-Antragsstau bei der Bundesnetzagentur erwiesen. Die Behörde braucht derzeit rund 22 Wochen, um die Genehmigung für eine LTE-Stationen auszustellen. Momentan seien mehrere Millionen Euro in Technik investiert, die nicht eingeschaltet werden dürfe, weil ein Stempel der Netzagentur fehle, sagte Vodafone-Chef Schulte-Bockum. "Uns brennt hier der Kittel." Es müsse nun erwogen werden, externe Dienstleister einzusetzen, um den Antragsstau abzuarbeiten. "Uns geht es nicht um Schadensersatz, sondern um eine pragmatische Lösung."

Marcel Petritz / dpa
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