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Samstag, 01.09.2012 09:01

VoD: Filmbranche will digitalen Vertrieb ankurbeln

aus den Bereichen IFA, Sonstiges

Die deutsche Filmbranche will mit einem neuen Service-Portal und einer Meta-Suche in verschiedenen Online-Videotheken den digitalen Vertrieb stärken. "Wir wollen ein legales Angebot an die Endverbraucher machen", sagte Joachim Birr vom Bundesverband Audiovisuelle Medien (BVV) am Donnerstag auf der IFA in Berlin. Der Filmwirtschaft sei im Zuge der Urheberrechtsdebatte oft der Vorwurf gemacht worden, dass es daran mangele. Dem wolle die Branche nun entgegentreten, sagte der BVV-Vorstand.

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Meta-Suche folgt bis Weihnachten

Auf der Website http://was-ist-vod.de können sich Nutzer über die nötige Technik informieren und passende Online-Videotheken suchen. Bis Weihnachten soll die Website um eine Meta-Suche ergänzt werden, über die Nutzer in verschiedenen Portalen nach einem Film oder einer Sendung suchen können. Nähere Details zur Umsetzung nannte der BVV aber zunächst nicht.

Der digitale Vertrieb spielt auf dem Videomarkt in Deutschland bislang eine kleine Rolle. Im ersten Halbjahr 2012 lag der Umsatz mit Video-on-Demand (VoD) bei 41 Millionen Euro, wie aus einer Studie der GfK hervorgeht, die der BVV vorstellte. Mit dem Verleih und Verkauf von DVDs und Blu-ray-Discs erzielte die Branche 659 Millionen Euro Erlös. Der Gesamtmarkt stagnierte in diesem Zeitraum mit einem Umsatz von 700 Millionen Euro (Vorjahr: 712 Mio Euro).

Politik soll Schwarzkopierern Zähne zeigen

Allerdings nimmt die Popularität von Video-on-Demand schnell zu, gerade bei jungen Nutzern. Daher setzt die Branche große Hoffnungen in den Online-Vertrieb. Das Potenzial sei groß, dank der Verbreitung von Smart-TV und Breitband-Verbindungen sei das Internet "im Wohnzimmer angekommen", sagte Dirk Lisowsky, Vorsitzender des Bundesverbandes Audiovisuelle Medien und Chef von Universal Pictures Germany.

Über Online-Videotheken ließen sich ältere Filme und Nischenthemen vermarkten - das erschließe der Branche neue Zielgruppen. Laut GfK war jeder vierte VoD-Nutzer (23 Prozent) im Vorjahr nicht auf dem Videomarkt aktiv.

Der Politik warf Birr Untätigkeit im Kampf gegen die Verbreitung illegaler Kopien von Filmen im Internet vor - für diese gebe es einen "großen Markt". Selbst das Warnhinweismodell - aus Sicht der Branche der "kleinste gemeinsame Nenner" - lasse sich nicht durchsetzen: "Leider kommen wir mit dem Justizministerium an diesem Punkt überhaupt nicht weiter."

Dorothee Monreal / dpa
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