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Sonntag, 26.08.2012 09:01

Unternehmen locken Kunden auf Mitmach-Portale

aus dem Bereich Sonstiges

Qualität allein und klassische Werbung reichen vielen Firmen nicht mehr. Sie locken ihre Kunden ins Internet auf Mitmach-Portale. Und können sie dort beobachten wie Forscher in einer großen Feldstudie.

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Mitmach-Portale erst wenig verbreitet

Vier von fünf Unternehmen in Deutschland sind schon in sozialen Netzwerken unterwegs. Doch erst rund 18 Prozent haben im Internet eigene Mitmach-Portale, die sie auch für den Dialog mit den Kunden auch für Hinweise zu ihren Produkten nutzen könnten. Das fand der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) in einer Studie heraus. Viele Betriebe verspielten so womöglich eine Chance, sagt Mike Schnoor vom BVDW. "Auf spezielle Zielgruppen zugeschnittene Communities sind sehr geeignet, den Dialog zwischen Unternehmen und Kunden sowie von Kunde zu Kunde untereinander zu fördern."

Doch anstatt das Netz auch für Vertrieb und Entwicklung zu nutzen, dominierten bisher eher PR und Marketing die Aktivitäten und zielten etwa auf den Bekanntheitsgrad, die Imageverbesserung oder neue Kundenkreise. Den Rückkanal für den Kunden auszuweiten - auch für die Produktverbesserung - dürfte laut Schnoor aber ein Trend werden.

Bosch Mitmach-Portal
1-2-do.com, das Mitmach-Portal von Bosch. Screenshot: onlinekosten.de

Foren als Sammelbecken möglicher Kunden

Der Technologiekonzern Bosch etwa experimentiert schon auf diesem Feld - und hat es manchmal nicht leicht. Nutzer "Tobi74" hat sich zum Beispiel Gedanken zum Rasenmäherroboter Indego gemacht aus der Gartengerätesparte der Stuttgarter. "Viel zu teuer die Dinger", urteilt "Tobi74" im Heimwerkerforum "1-2-do.com" und rechnet vor, dass das rund 1.500 Euro teure Gerät etwa das Sechsfache eines gewöhnlichen Elektrorasenmähers koste. Wenn man sich diese Ausgabe spare, könne man mit dem Geld viele Jahre lang ganz einfach die Jungs aus der Nachbarschaft den Rasen mähen lassen.

Mit dem Aufbau des eigenen Portals haben die Schwaben erkannt, dass der bloße Internetauftritt nur die halbe Miete ist. In Foren dagegen diskutieren Verbraucher über Geräte, geben sich gegenseitig Tipps zur Anwendung und stellen stolz eigene Ergebnisse vor. Ob nun Sport, Kochen, Basteln oder Astronomie: Fans diverser Hobbys treffen sich im Internet - aus Firmensicht ein Sammelbecken möglicher Kunden.

Bosch ist mit seiner Idee keinesfalls alleine. Ähnliche Beispiele gibt es viele. Der Henkel-Konzern etwa zeigt unter klebeberater.de, wie Pattex, Ponal und Pritt am besten halten. Kochzeitschriften haben Portale mit Rezeptetipps, die Immobilienwirtschaft berät beim Bauen, der Möbelriese Ikea betreibt eine "Ideen-Plattform" zum Einrichten.

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