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Donnerstag, 23.08.2012 13:07

Payleven: Mobile Kartenzahlung per Handy-Modul

aus dem Bereich Mobilfunk

Wer heute beim Pizzaboten oder dem Kiosk um die Ecke mit Karte bezahlen will, kann es meistens vergessen. Eine Firma aus Berlin will das jetzt ändern - mit Einsteckmodulen für Smartphones und Tablets. Vorreiter ist das Startup Square aus den USA.

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Einsteckmodule ersetzen teure Kassengeräte

Ein neues Startup aus dem Umfeld der Samwer-Brüder will in Deutschland die Kartenzahlung auch im Kleingewerbe etablieren. Die Firma Payleven bietet seit Donnerstag bundesweit Einsteck-Module an, mit denen Smartphones und Tablet-Computer teure Kassengeräte ersetzen können.

In einer Testphase nutzten in den vergangenen Wochen fast 1.000 Händler und Dienstleister in Berlin das Angebot: Etwa Friseure, Bäckereien, Restaurants, Anbieter von Hauskrankenpflege und IT-Schulungen. Bis Jahresende soll die Zahl der Partner im "vielfachen Tausender-Bereich" liegen, wie Mitgründer und Geschäftsführer Alexander Zumdieck der Nachrichtenagentur dpa sagte. Payleven startet zeitgleich auch in Brasilien, Großbritannien und den Niederlanden.

Payleven mobile Kartenzahlung
Payleven will in Deutschland Marktführer werden, die Konkurrenz ist allerdings groß. Screenshot: onlinekosten.de

Samwer-Brüder kopieren Geschäftsidee von Square

Hinter dem Dienst steht die Berliner Startup-Schmiede Rocket Internet der Brüder Oliver, Marc und Alexander Samwer. Das Unternehmen übernimmt häufig Geschäftsmodelle aus den USA für eigene Aktivitäten in Deutschland und anderen Ländern und passt sie auf die Gegebenheiten der lokalen Märkte an. Auch für Payleven gibt es ein konkretes US-Vorbild: die Firma Square des Twitter-Mitgründers Jack Dorsey. Square wurde 2009 gegründet und wickelt nach jüngsten Angaben pro Tag Zahlungen von rund vier Millionen Dollar ab. Zuletzt machte das Unternehmen Schlagzeilen durch eine Partnerschaft mit der Kaffeehauskette Starbucks. Laut Medienberichten wurde Square beim Starbucks-Einstieg mit 3,25 Milliarden Dollar bewertet.

Payleven will die Gewerbetreibenden mit einer niedrigen Einstiegshürde gewinnen. Pro Transaktion werden 9 Cent plus 2,95 Prozent des Betrags fällig - ohne die sonst bei Kartenterminals üblichen Langzeitverträge oder monatliche Gebühren. Ab einem Euro können Kartenzahlungen angenommen werden. Über Payleven kann man derzeit mit einer EC-Karte sowie Kreditkarten von Mastercard bezahlen. Visa und American Express sollen demnächst folgen. Es gehe um einen potenziellen Markt von zwei, drei Millionen Kleinunternehmen in Deutschland, sagte Zumdieck. Payleven habe ganz klar die Marktführerschaft im Visier.

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