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Mittwoch, 22.08.2012 22:56

Hewlett-Packard verliert 8,9 Milliarden Dollar

aus dem Bereich Sonstiges

Eine riesengroße Abschreibung, rückläufige PC-Verkäufe und hohe Kosten für den Konzernumbau haben beim weltgrößten Computerhersteller Hewlett-Packard zu tiefroten Zahlen geführt. Im dritten Geschäftsquartal (bis Ende Juli) verlor der Konzern unterm Strich 8,9 Milliarden Dollar (7,1 Milliarden Euro). Im Vorjahreszeitraum hatte HP noch 1,9 Milliarden Dollar verdient. HP hatte bereits vor dem Verlust gewarnt.

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HP-Chefin: Konzernumbau dauert noch Jahre

Konzernchefin Meg Whitman räumt bei Hewlett-Packard auf: Sie streicht Jobs, bereinigt die Bücher von Altlasten und schließt nötigenfalls ganze Geschäftszweige. Das soll den strauchelnden Riesen wieder auf Kurs bringen, führt aber erst einmal zu einem Milliardenverlust. "HP steckt noch immer ganz am Anfang einer Wende, die Jahre dauern wird", sagte Whitman am Mittwoch. Das Unternehmen leidet darunter, dass immer mehr Kunden zu einem Tablet-Computer oder ihrem Smartphone greifen und sich den Kauf eines neuen PC sparen.

Die Gründe für die Probleme speziell bei HP liegen allerdings tiefer: Querelen und konfuse Entscheidungen im Management hatten viel Vertrauen bei den Kunden verspielt. Der von SAP gekommene zwischenzeitliche Konzernchef Léo Apotheker wollte sich vom PC-Bereich trennen und stattdessen auf Software setzen. Die Aktie brach ein, Apotheker musste gehen. Seit knapp einem Jahr steht eBay-Lenkerin Whitman an der Spitze von HP und versucht nun zu retten, was zu retten ist. 27.000 Leute müssen beim Umbau des Konzerns bis zum Herbst 2014 gehen. Das ist mehr als jeder zwölfte Beschäftigte weltweit.

Katastrophale Lage bei PC-Verkäufen

Der Umsatz fiel zuletzt um 5 Prozent auf 29,7 Milliarden Dollar. Besonders katastrophal sah die Lage bei den PC-Verkäufen an Privatkunden aus. Auch die Drucker - einst eine sichere Bank für HP - entwickelten sich zu Ladenhütern. Das Geschäft mit großen Firmenrechnern und Speichersystemen schrumpfte ebenso wie die früher florierende Dienstleistungssparte. Einziger Lichtblick war die Software mit einem Wachstum von 18 Prozent.

Weltweit steht HP nach Daten der Marktforschungsfirma Gartner nur noch knapp an der Spitze der PC-Hersteller, dicht gefolgt vom chinesischen Aufsteiger Lenovo. In Deutschland hat der US-Konzern die Führungsposition bereits verloren und ist auf Rang vier hinter Acer und Lenovo zurückgefallen. Angesichts der schweren Lage nahm das Management die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr zurück. Unterm Strich wird ein Verlust stehen. Börsianer hatten mit derartigen Hiobsbotschaften gerechnet: Nachbörslich stieg die Aktie sogar leicht.

Jörg Schamberg / dpa
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