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Sonntag, 19.08.2012 16:46

Assange fordert Ende der Wikileaks-Hexenjagd

aus dem Bereich Sonstiges

Wikileaks-Gründer Julian Assange hat sich in einer mit Spannung erwarteten Ansprache vor der ecuadorianischen Botschaft in London über seine Zukunft ausgeschwiegen. Er bedankte sich für die Unterstützung aus Ecuador, anderen südamerikanischen Ländern und der ganzen Welt. "Während Wikileaks bedroht wird, wird auch die Meinungsfreiheit und die Gesundheit unserer ganzen Gesellschaft bedroht", sagte Assange am Sonntag.

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Assange zeigt sich auf dem Botschaftsbalkon

Er zeigte sich auf dem Balkon der Botschaft. Damit bewegte er sich auf diplomatisch unverletzlichem Gebiet: Laut der Wiener Konvention ist die Hoheitsgewalt der Behörden des Gastgeberlandes dort außer Kraft gesetzt. Andernfalls hätte Assange eine Festnahme durch die britische Polizei riskiert.

Assange forderte die USA auf, ihre "Hexenjagd" auf die Enthüllungsplattform Wikileaks und Informanten zu beenden. Unter anderem müssten der Wikileaks-Informant Bradley Manning sowie andere aus dem Gefängnis entlassen werden und Entschädigung für ihre Haft bekommen.

Vor der Botschaft standen rund 50 Kamerateams, Dutzende Fotografen und mehrere hundert Unterstützer. Eine Hundertschaft der Polizei sperrte die Straße im Londoner Stadtteil Knightsbridge ab. Die Rede dauerte 19 Minuten. Sein Anwalt Baltasar Garzón deutete an, dass sein Mandant weitere juristische Schritte in Betracht zieht: "Assange hat seine Anwälte beauftragt, einen juristischen Schritt zu vollziehen, um die Rechte von Wikileaks, von Julian selber und allen, gegen die derzeit ermittelt wird, zu schützen", erklärte Garzón. Weitere Details nannte er nicht. Assange sei in "Kampfstimmung".

Assange angeblich unter Auflagen zur Auslieferung nach Schweden bereit

Der Wikileaks-Gründer soll wegen mutmaßlicher Sexualdelikte nach Schweden ausgeliefert werden, Ecuador hat Assange aber politisches Asyl gewährt. Er fürchtet, an die USA ausgeliefert zu werden. Wikileaks hatte zahlreiche vertrauliche Dokumente veröffentlicht und damit unter anderem die US-Regierung an den Pranger gestellt.

Wikileaks-Gründer Julian Assange könnte dem diplomatischen Tauziehen um sein Schicksal einem Zeitungsbericht zufolge selbst ein Ende setzen. Der 41-Jährige sei bereit, sich den schwedischen Behörden zu stellen, wenn er eine Garantie bekomme, nicht an die USA ausgeliefert zu werden, berichtete die "Sunday Times" unter Berufung auf nicht namentlich genannte Vertraute Assanges. Der Australier sucht seit zwei Monaten in der ecuadorianischen Botschaft in London Schutz, um einem Haftbefehl aus Schweden zu entgehen. Das hatte zu diplomatischen Spannungen zwischen London und Quito geführt. Ecuador hat ihm inzwischen Asyl gewährt.

Jörg Schamberg / dpa
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