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Sonntag, 19.08.2012 00:01

Diplomatisches Tauziehen um Assange

aus dem Bereich Sonstiges

Assange soll nach Skandinavien ausgeliefert werden. Er bestreitet die Vorwürfe der sexuellen Belästigung und Vergewaltigung und vermutet ein Komplott. Der Australier befürchtet eine Abschiebung von Schweden in die USA, wo ihm lebenslange Haft wegen Geheimnisverrats drohen könnte. Die von Assange maßgeblich betriebene Plattform Wikileaks hatte unzählige vertrauliche diplomatische Depeschen aus den USA veröffentlicht, die Einblick in die US-Außenpolitik und den Umgang mit den Kriegen im Irak und in Afghanistan geben.

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Assange will sich öffentlich äußern

Schwedens Premierminister Fredrik Reinfeldt verteidigte am Samstag die Unabhängigkeit des Rechtssystem seines Landes. Es sei "vollkommen inakzeptabel", wie das schwedische Rechtssystem im Zusammenhang mit dem Fall Assange dargestellt werde, sagte Reinfeldt der Nachrichtenagentur TT. Das schwedische Außenministerium hat wiederholt betont, dass die Vorwürfe gegen Assange untersucht werden müssten, und dass die schwedische Justiz unabhängig sei.

Assange hatte in Großbritannien in einem anderthalbjährigen Prozessmarathon versucht, die Auslieferung gerichtlich zu verhindern. Nach erfolglosem Ausschöpfen des gesamten Instanzenweges hatte er sich in die ecuadorianische Botschaft geflüchtet. Nach Angaben von Wikileaks plant er, an diesem Sonntag vor der Botschaft Ecuadors in London vor die Öffentlichkeit zu treten. Ob er tatsächlich persönlich vor das Gebäude kommen wollte, blieb unklar. Damit würde er das Risiko eingehen, von der britischen Polizei festgenommen zu werden.

Unterdessen warf der Anwalt der beiden Schwedinnen, die gegen Assange ausgesagt hatten, dem Australier nach Angaben des Magazins "Focus" vor, den Begriff politisches Asyl zu missbrauchen. Seine Mandantinnen wollten, "dass dieser Fall endlich ordentlich abgeschlossen wird", sagte Claes Borgström dem Magazin "Focus".

Jörg Schamberg / dpa
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