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Donnerstag, 09.08.2012 09:51

CaseMod Meisterschaft: Titelkampf zur Gamescom

aus dem Bereich Computer

Der Staatsfeind Nummer Eins ist 1,30 Meter breit, knapp einen Meter hoch und etwa 90 Zentimeter tief. Er ist bewaffnet, kann sich bewegen, aber er passt nicht durch eine gewöhnliche Tür. Sein Name ist "Renegade, the public enemy" - tatsächlich ist er ein umgebauter Computer in Tarnfarben. Ali Abbas aus dem mittelfränkischen Schwabach hat "Renegade" erfunden, gebaut und gestaltet. Ab dem kommenden Mittwoch will der 44-Jährige auf der Computerspielemesse Gamescom in Köln seinen Meistertitel im Casemodding, sprich Computergehäuse-Umbau, verteidigen.

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50 Tage Bauzeit

Mehr als 1.200 Arbeitsstunden hat Abbas seit Anfang des Jahres in "Renegade" gesteckt. Knapp 500 Einzelteile hat er verarbeitet und rund 400 Euro in Materialien investiert. "Ich muss eine Liste machen, damit ich nicht vergesse, was ich alles vorführen muss", sagt er mit Blick auf die Präsentation auf der Gamescom. Da ist zum Beispiel der Monitor, den man erst sieht, wenn man ihn ausklappt; eine Funk-Maus, die man auch als Mikrofon benutzen kann oder eine elektrische Schiebetür, die einen Blick in das Innere des Computers ermöglicht.

"Renegade", auf deutsch "der Abtrünnige", ist aufwändig dekoriert. Ein grimmiger Totenkopf blickt aus einem Loch im Gehäuse heraus und hat eine Zigarre im Mund, die zu qualmen anfängt, wenn man auf den richtigen Knopf drückt. Und damit nicht genug: Oben auf dem riesigen Computer mit Holzfassade ist eine bewegliche Kanone angebracht. Schießen kann diese jedoch nicht. In den drei Rohren sind Web-Cam, Laser-Pointer und Lampe installiert.

Computer im Blumenkübel

Die Deutsche Casemod Meisterschaft (DCMM) gibt es seit zehn Jahren. Entstanden ist sie aus der LAN-Party-Szene. Bei diesen Events treffen sich Menschen zum Computerspielen - mal privat im Keller, mal zu öffentlichen Meisterschaften in großen Hallen. "Man wollte nicht immer mit den gleichen grauen Cases kommen und wie jeder sein", erzählt DCMM-Projektleiter Jan Kratel. Deshalb brachten die ersten Zocker Plexiglas-Scheiben oder zusätzliche Lampen an ihren PCs an. Als ihnen das nicht mehr reichte, ließen sie sich ausgefallenere Veränderungen einfallen. Heute bauen sie sogar teilweise Bierkästen oder Pflanzenkübel zu Computern um, wie Kratel berichtet.

An dem Wettbewerb in Köln nehmen in diesem Jahr 40 sogenannte Case-Modder aus Deutschland, aber auch aus dem Ausland teil. Es seien schon Leute aus Ungarn, China, den Niederlanden oder England dabeigewesen, sagt Kratel. Eine Jury bewertet die Modelle nach Kriterien wie Kreativität, Handwerk und Optik. Die Teilnehmer können in mehreren Kategorien zwar keine Preisgelder, dafür aber Pokale und Urkunden abräumen. "Es geht viel um Ruhm und Ehre", sagt Kratel. Außerdem könnten die Modder mögliche Sponsoren auf sich aufmerksam machen.

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