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Mittwoch, 08.08.2012 12:43

Urteil: Video-Portal der Privatsender gescheitert

aus dem Bereich Sonstiges

Das Düsseldorfer Oberlandesgericht hat einem geplanten, gemeinsamen Internetportal von privaten Fernsehsendern eine Absage erteilt. Das Gericht wies am Mittwoch eine Beschwerde der Privatsender gegen ein Verbot durch das Bundeskartellamt ab.

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"Marktbeherrschendes Duopol wird verstärkt"

Die TV-Sendergruppen ProSiebenSat.1 und RTL wollten eine gemeinsame Online-Video-Plattform schaffen. Darauf sollten die Zuschauer - wie bei den bereits existierenden Mediatheken einzelner Sender - nachträglich verpasste Sendungen ansehen können. Das Gericht folgte der Argumentation der Kartellwächter: Mit der Plattform würde das "marktbeherrschende Duopol der beiden Sendergruppen" auf dem Markt für Fernsehwerbung in Deutschland verstärkt. Auf dem rund 4 Milliarden Euro schweren bundesdeutschen Fernsehwerbemarkt verfügen beide Unternehmen zusammen über einen Marktanteil von mehr als 80 Prozent.

Die Niederlage hatte sich bereits im Vorfeld angekündigt, nachdem sich die Düsseldorfer Richter schon früh der Argumentation der Wettbewerbsbehörde angeschlossen hatten. Ein Ausweg bleibt den Unternehmen allerdings noch: Eine Beschwerde gegen die Nichtzulassung vor dem Bundesgerichtshof (BGH).

Kartellamt begrüßt Gerichtsentscheidung

Der Präsident des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt, begrüßte die Entscheidung des Oberlandesgerichts als "ein wichtiges Signal für den Wettbewerbsschutz im Bereich der neuen Medien". So schließe die Dynamik dieser Märkte nicht aus, dass marktmächtige Unternehmen versuchten, ihre Stellung in angestammten Märkten abzusichern beziehungsweise auf neu entstehende Märkte zu übertragen, so Mundt.

Noch keine endgültige Entscheidung getroffen hat das Kartellamt bei seiner Prüfung der unter dem Arbeitstitel "Germany's Gold" bekannt gewordenen Video-on-demand-Plattform von ARD und ZDF. Diese ist erst vorläufig freigegeben, soll jedoch nach Plänen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten noch vor Jahresende an den Start gehen. Zuvor muss die Bonner Behörde aber noch grünes Licht geben.

Christian Wolf / Mit Material der dpa
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    Zuletzt kommentiert von leinadbhv am 08.08.2012 um 23:44 Uhr
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