Der Online-Dienst Twitter und der amerikanische Medienkonzern NBC Universal haben wegen des Vorgehens gegen einen Kritiker Zensurvorwürfe auf sich gezogen. Twitter sperrte am Montag den Account des Journalisten Guy Adams, der sich über die Qualität der NBC-Berichterstattung von den Olympischen Spielen beschwert hatte - der TV-Sender hatte die Sperrung veranlasst.
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Aufruf zum Shitstorm?
Daraufhin wetterten tausende Nutzer unter dem Schlagwort "#NBCfail" über die Sperrung. Die beiden Unternehmen treten bei dem Großereignis als Olympia-Medienpartner auf.
Hintergrund der Auseinandersetzung: Adams, der für die britische Zeitung "Independent" arbeitet, hatte über Twitter scharf kritisiert, dass NBC die Eröffnungsfeier der Spiele in den USA nur zeitversetzt zeigte. Er forderte Nutzer auf, dem zuständigen Manager Gary Zenkel die Meinung zu sagen und veröffentlichte dessen E-Mail-Adresse.
Twitter wertete dies als Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen. Adams hielt dem entgegen, es handle sich nicht um eine private, sondern berufliche Adresse, die bereits online veröffentlicht worden und somit per Suchmaschine auffindbar sei. Er forderte Twitter am Dienstag auf, seinen Account wieder freizugeben.
Update 1. August: Account wieder entsperrt
Twitter ist der Forderung von Guy Adams nachgekommen und hat seinen Account wieder entsperrt. Twitter verteidigte in einem Blogeintrag grundsätzlich das Vorgehen: Es spiele keine Rolle, dass Adams keine private, sondern eine auch öffentlich zugängliche berufliche Mail-Adresse des NBC-Managers genannt habe. Dennoch gestand der Dienst einen Fehler ein. Es waren Twitter-Mitarbeiter, die im Zuge der Medienpartnerschaft auf den Tweet mit der E-Mail-Adresse stießen und NBC erst darauf aufmerksam machten. Dabei behauptet Twitter, die Mitteilungen nicht aktiv zu überwachen, sondern nur auf Beschwerden Betroffener zu reagieren.


