Anzeige:

Mittwoch, 01.08.2012 09:01

Neue TLDs: Bewerbungen unter Beschuss

aus dem Bereich WebHosting

Seit Mitte Juni ist die offizielle Liste aller fristgerecht eingereichten Bewerbungen für die neuen generischen Top Level Domains (new gTLD) öffentlich einsehbar. Noch bis zum 12. August besteht auf der ICANN-Homepage die Möglichkeit, öffentliche Anmerkungen zu den einzelnen Anträgen zu hinterlassen, die anschließend bei der Bewertung der Bewerbungen berücksichtigt werden. Doch bereits zwei Wochen vor dem Ende der laufenden Kommentar-Periode ist unübersehbar, dass sich die Mehrzahl der Einträge nur auf eine kleine Gruppe von Domain-Namen bezieht. Gruppen mit den unterschiedlichsten Interessen haben ihre Geschütze in Stellung gebracht und sorgen für Beifalls- oder Proteststürme. Vor allem Verweise auf Pornographie und Homosexualität polarisieren.

Anzeige

Religiöse Gruppen ringen um Einfluss

Heftigen Zündstoff bergen etwa die neuen Rotlicht-Adressen .porn, .sex und .adult. Nachdem die christlich-konservative US-Organisation "Morality in Media" ihre Anhängerschaft im Rahmen der religiös aufgeladenen Kampagne "Porn Harms" zu Beschwerden bei der ICANN aufgerufen hat, finden Kommentare fast täglich ihren Weg auf die Plattform. Darin fordern die Moralwächter, die Vergabe der Sex-Domains zu stoppen und warnen vor einer Ausbreitung pornographischer Inhalte unter anderem mit der Begründung, dass dies Menschenhandel und Kindesmissbrauch fördere. Längst umfasst die Zahl derartiger Anmerkungen rund ein Drittel aller vorhandenen Einträge.

Ebenfalls ins Visier von konservativen Kreisen geraten ist offenbar die Domain .gay. Nachdem der Direktor des saudi-arabischen DENIC-Pendants "SaudiNIC", Abdulaziz Al-Zoman, am Montag erstmals heftige Kritik an der Vergabe äußerte, häufen sich entsprechende Einträge. Al-Zoman bezeichnete Homosexualität sowohl als gesetzeswidrig als auch unmoralisch und warf der ICANN vor, anderen Gesellschaften westliche Werte und Kultur aufzwingen zu wollen.

Kommentare neue TLDs
Unter Beschuss konservativer arabischer Kreise: die Bewerbung um ".gay". Screenshot: onlinekosten.de

Empörungswelle aus Südamerika

Andere Hintergründe hat derweil eine Empörungswelle gegen die Bewerbung des US-Outdoor-Ausrüsters Patagonia Inc, der sich um die gleichnamige Domain .patagonia bemüht. Hintergrund: Patagonia – Patagonien – ist ebenfalls die Bezeichnung für eine Region zwischen Chile und Argentinien. Dutzendfach fordern patriotische Südamerikaner die ICANN daher auf, der Registrierung als Marke eine Absage zu erteilen. Weitere Anträge für .patagonia als geographische Domain gibt es jedoch nicht.

Anders im Fall .art: Gleich zehn Bewerber aus sechs Ländern beanspruchen die Kunst-Domain für eigene Zwecke, darunter mit EFLUX.ART und Dadotart auch zwei Antragsteller mit Community-Status. Diesen Vorteil wissen die Künstlernetzwerke zu nutzen und setzen massiv auf die Unterstützung ihrer Mitglieder, um die Entscheidung der ICANN im gewünschten Sinne zu beeinflussen. Mit hunderten Einträgen wird daher seit Wochen Stimmung gemacht. Auf gleiche Weise gegen ihre Konkurrenten bestehen will das kanadische BigRoom-Projekt. Unter doteco.org ruft die von verschiedenen Umweltorganisationen favorisierte Öko-Initiative dazu auf, der Bewerbung um .eco tatkräftig Schützenhilfe zu leisten. Ob dies gelingt, bleibt abzuwarten. Deutlich größeren Einfluss auf den Werdegang eines Antrags haben allerdings formell eingereichte Widersprüche. Ihre Zahl ist derzeit noch unbekannt, dürfte aber noch einige Überraschungen bieten.

Christian Wolf
Kommentieren (Neuen Kommentar verfassen):
Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert.
 Suche

  News
Montag, 01.09.2014
Netflix wertet vor Deutschland-Start Top-Listen von illegalen Tauschbörsen aus
EU-Experte: TV- und Radiosender sollen mehr Frequenzen für Breitband-Internet freigeben
GMX und Web.de: LTE-Tarif All-Net Smart Plus für knapp 15 Euro
Microsoft will US-Behörden weiter keine Daten aus Europa geben
Hacker stellt Nacktfotos von US-Promis ins Netz
 TP-Link Archer VR200v: Neuer Gigabit-Router unterstützt VDSL2 Vectoring
Easybell-Aktion: VDSL 50 ohne Aufpreis
Tele Columbus erhöht Surf-Speed auf 150 Mbit/s
Erster Desktop-Prozessor von Intel mit acht Kernen und 16 Threads
Neue Betrugsmasche: Telefonbetrüger rufen unter Nummer der Staatsanwaltschaft an
iPhone-Bezahldienst: Apple soll Deal mit Kreditkartenfirmen haben
Rabatte auf iTunes-Karten bei Netto, Müller und der Sparkasse
Sonntag, 31.08.2014
Online-TV-Dienst Netflix will deutschen Markt mit eigenen deutschen Serien erobern
Snowden-Unterstützer in Berlin: "Es wird weitere Skandale geben"
Nach Übernahme durch Amazon: Streaming-Dienst Twitch erweitert inhaltliche Ausrichtung
Weitere News
VDSL Verfügbarkeit
VDSL Neukunden profitieren von Startguthaben und kostenloser Hardware wie einem Router oder einem Mediacenter.
Jetzt die Telekom VDSL Verfügbarkeit an ihrem Ort prüfen, nach Vodafone VDSL suchen oder die 1und1 VDSL Verfügbarkeit klären.
Internet TV
Mit Kabel oder VDSL per Internet TV aufregende Unterhaltungsangebote nach Hause holen.
Nicht nur mit 1und1 VDSL, T-Home VDSL oder Vodafone VDSL gibt es rückelfreies TV Programm.
Auch die Kabelnetzbetreiber haben gute Angebote.
Kabel
Ein Internet Anschluss über Kabel bei Anbietern wie Unitymedia, früher ish, oder Kabel Deutschland liegt voll im Trend.
Ob Internet Fernsehen oder nur surfen mit Highspeed: Vieles wird erst richtig mit Kabel Internet möglich.
Jetzt bestellen und den Sieger im Speedcheck testen. Einen Kabel Digital Receiver gibt's auf Wunsch dazu.
© 1999-2014 onlinekosten.de GmbH :: Datenschutz :: Impressum :: Leistungsschutzrecht :: Presse :: Jobs