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Sonntag, 22.07.2012 17:31

App-Kauf per Handyrechnung: Shoppen am Limit

aus dem Bereich Mobilfunk
Von Christian Wolf

Während Kreditkarten etwa in den USA zu einem der meistgenutzten Zahlungsmittel zählen, liegt ihre Verbreitung in Deutschland auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Nichtsdestotrotz galt noch vor kurzem bei Android, BlackBerry und Windows Phone die Regel: ohne Kreditkarte oder zusätzliches PayPal-Konto keine Kauf-Apps. Die einzige Alternative zu Bonitätsprüfung und Anmeldezwang hatte lange Zeit ausgerechnet Apple mit den iTunes-Guthabenkarten zu bieten. Seit einem Jahr ist allerdings ein Wandel erkennbar. Abgesehen von E-Plus lassen sich Apps mittlerweile bei allen deutschen Netzbetreibern zumindest in einem der offiziellen App Stores bequem über die monatliche Rechnung bezahlen. Doch auch hier gibt es einen Haken.

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Bis hier und nicht weiter

Onlinekosten.de-Leser Dirk B. wunderte sich daher zunächst nicht schlecht, als er beim Kauf einer hochpreisigen Navi-App für sein Android-Smartphone in Google Play nicht wie üblich über seine o2-Monatsrechnung zahlen konnte. Eine Erklärung für die Ablehnung fand er nicht. Und selbst ein Anruf bei der Hotline von Telefónica Germany brachte anfangs kein Licht ins Dunkel – die Mitarbeiter im Call Center wussten keinen Rat. Erst nach etlichen weiteren Telefonaten mit dem Kundendienst des Providers und einigen Internetrecherchen wurde B. die Ursache offenbart: ein 30-Euro-Limit, gültig für jeden App-Kauf, der per Mobilfunkrechnung beglichen werden soll.

Nach den Gründen für diese Maßnahme gefragt, teilte Telefónica Germany gegenüber unserer Redaktion mit, die verbindliche Obergrenze diene dazu, Kunden vor dem sogenannten "Bill Shock" zu schützen, also einem unerwartet hohen Gesamtbetrag auf der monatlichen Rechnung. Sie gelte daher global beim Erwerb digitaler Produkte, werde vom Netzbetreiber festgelegt und sei nicht individuell durch den Kunden anpassbar. Allerdings könne der Händler Verhandlungen über einen höheren Maximalbetrag führen.

Limit gilt auch bei Telekom und Vodafone

Ein Wechsel des Mobilfunk-Providers ändert dabei nichts. Denn auch Deutsche Telekom und Vodafone lassen plattformübergreifend ausschließlich Transaktionen zu, die jeweils unterhalb der 30-Euro-Marke bleiben. Auf Anfrage von onlinekosten.de teilte die Telekom mit, es handle sich um eine "geschäftspolitische Entscheidung". Vodafone sprach ebenfalls von einer selbst auferlegten Beschränkung. Man wolle so verhindern, dass Kunden in eine Kostenfalle tappen und gleichzeitig schwarzen Schafen vorbeugen. Bei Abos liege der Höchstbetrag daher sogar nur bei 10 Euro pro Transaktion, erklärte Unternehmenssprecher Kuzey Alexander Esener.

Für Kunden wie Dirk B. hat derartige Fürsorge jedoch einen bitteren Beigeschmack. Sie ärgern sich über die indirekte Bevormundung durch die Anbieter – selbst wenn diese offensichtlich einen wohlmeinenden Hintergrund hat. Ein wenig mehr Flexibilität für Alljene, die sich bewusst dazu entscheiden, höhere Beträge per Monatsrechnung zahlen zu wollen, wäre daher sicherlich wünschenswert – beispielsweise über ein verbraucherfreundliches Optionsmodell.

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    Zuletzt kommentiert von Baghee am 23.07.2012 um 19:53 Uhr
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