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Freitag, 20.07.2012 13:01

Yahoo begrüßt Mayer mit Millionen

aus dem Bereich Sonstiges

Der kriselnde Internet-Konzern Yahoo begrüßt seine neue Chefin Marissa Mayer mit einem Millionengehalt und der Aussicht auf Aktien im Wert von mehreren Dutzend Millionen Dollar. In fünf Jahren kann die 37-Jährige locker auf 120 Millionen Dollar kommen - dies entspricht rund 98 Millionen Euro. Allerdings konnte sich schon lange kein Yahoo-Chef mehr so lange im Sattel halten.

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Grundgehalt eine Million Dollar

Das Grundgehalt der bisherigen Google-Managerin wurde auf eine Million Dollar im Jahr (rund 816.000 Euro) festgesetzt, doppelt so viel kann sie noch zusätzlich als Bonus verdienen. Ein Mehrfaches kann Mayer aber in den kommenden Jahren mit Yahoo-Aktien einstreichen, wie aus am Donnerstag veröffentlichten Konzernunterlagen hervorgeht. Allein der Wert der jetzt fest zugesagten Beteiligungspakete addiert sich auf 56 Millionen Dollar (rund 46 Millionen Euro), von denen ein Teil allerdings erst über die nächsten fünf Jahre fällig wird. Zudem kann sich Mayer Hoffnung auf eine jährliche Aktienprämie im Wert von mindestens 12 Millionen Dollar (9,8 Millionen Euro) machen.

Auf Mayer, die im Oktober ihr erstes Kind erwartet, kommt viel Arbeit zu. Yahoo kämpft schon seit Jahren ohne durchschlagenden Erfolg gegen den stetigen Rückgang der Werbeerlöse. Im vergangenen Quartal stagnierte der Gesamtumsatz bei 1,2 Milliarden Dollar (rund 980 Millionen Euro). Der Gewinn fiel um 4 Prozent auf 227 Millionen Dollar (185 Millionen Euro). Ursache für den Rückgang waren hohen Aufwendungen für den Umbau der Firma, den noch Mayers geschasster Vorgänger Scott Thompson angestoßen hatte. Rund 2.000 von vormals 14.000 Arbeitsplätzen fallen weg.

Yahoo-Chefposten ist ein Schleudersitz

In ihrer ersten Rund-Mail an die Yahoo-Beschäftigten, die vom Blog "All Things D" veröffentlicht wurde, rief sie die Mitarbeiter auf, in der Übergangsphase am Ball zu bleiben und neue Ideen einzubringen. Obwohl sie schon einige Vorstellungen habe, brauche sie noch etwas Zeit und Informationen, um eine konkrete Strategie für Yahoo zu entwickeln. Der Chefposten bei Yahoo gilt als einer der schwierigsten in der Internet-Branche und ist zugleich ein Schleudersitz: Carol Bartz wurde nach zwei Jahren wegen Erfolglosigkeit gefeuert, Mayers Vorgänger Scott Thompson stolperte nach einigen Monaten über einen gefälschten Lebenslauf. Fünf Jahre an der Yahoo-Spitze überstanden nur die ersten beiden Chefs: Tim Koogle von 1995 an und Terry Semel ab 2001.

Mayer stand noch nie an der Spitze eines Unternehmens: Bei Google prägte sie zunächst lange das Suchmaschinengeschäft und war zuletzt nur noch für Kartendienste und lokale Angebote zuständig. Finanziell hatte sie schon bei Google mit einem Beteiligungspaket als Angestellte Nummer 20 ausgesorgt. Jetzt bekommt sie bei Yahoo Aktien im Wert von 14 Millionen Dollar (11,4 Millionen Euro) als Ausgleich für Einkommen, das sie bei Google zurücklässt. Eine einmalige Aktienzahlung im Wert von 30 Millionen Dollar (24,5 Millionen Euro) ist auf fünf Jahre gestreckt. Zudem gibt es das erste jährliche Aktienpaket im Wert von 12 Millionen Dollar.

Christian Wolf / dpa
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