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Freitag, 20.07.2012 08:01

Europas schnellster Rechner startet in Bayern

aus den Bereichen Computer, Sonstiges

Deutschland steigt in die Spitzenliga der Superrechner auf: In Garching geht am Freitag Europas schnellster Rechner in Betrieb. Völlig neu: Er wird mit warmem Wasser gekühlt. Zugleich feiert das Leibniz-Rechenzentrum sein 50-jähriges Bestehen.

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SuperMUC erreicht drei Petaflops

Er braucht 500 Quadratmeter Platz, wiegt 100 Tonnen und hat eine Spitzenleistung von drei Petaflops: Europas schnellster Superrechner am Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) in Garching bei München schafft pro Sekunde drei Billiarden Rechenschritte. Weltweit rangiert er auf Rang vier. Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) und ihr bayerischer Kollege Wolfgang Heubisch (FDP) werden SuperMUC am Freitag in Betrieb nehmen.

IBM vergleicht die Leistung des Computers mit der kaum vorstellbaren Situation, dass drei Milliarden Menschen mit Taschenrechnern jeweils eine Million Berechnungen pro Sekunde ausführen. Einen anderen Vergleich für die gigantische Kapazität gibt der LRZ-Direktoriumsvorsitzende Professor Arndt Bode: "Wenn man eine Maschine hätte, die Nägel mit einem Millimeter Kopfdurchmesser einschlägt, könnte diese Maschine die Welt in einer Sekunde 70.000 Mal umrunden."

"Supercomputer sind ein Schlüssel, um Antworten auf die drängenden Fragen des 21. Jahrhunderts zu finden", sagt Schavan. Höchstleistungsrechnen ermögliche Deutschland eine führende Rolle bei der Lösung globaler Herausforderungen von Klima, Energie und Ernährung bis zu Mobilität, Sicherheit und Kommunikation.

Internationale Forscher nutzen neuen IBM-Supercomputer

Das LRZ als Teil der Bayerischen Akademie der Wissenschaften knüpft mit SuperMUC an eine 50-jährige Tradition an und feiert dabei sein Jubiläum. Gegründet 1962 entlastete es anfangs Wissenschaftler von numerischen Routineaufgaben. "Damals wurden Rechner ausschließlich zum Rechnen im eigentlichen Sinne verwendet, zum Beispiel für Statikberechnungen für Ingenieure", sagt Bode. Heute ist das LRZ ein internationales Informatik-Dienstleistungszentrum für die Wissenschaft.

Forscher aus Deutschland sowie 23 weiteren Ländern Europas inklusive Israel und Türkei werden die neue IBM-Anlage nutzen. Über die Zulassung entscheidet ein internationales Gremium. "Der Rechner ist komplett ausgelastet. Es gibt mehrfach im Jahr Aufrufe, sich zu bewerben - und mit den Bewerbungen wäre er drei bis siebenfach überbucht", sagt Bode. Physiker, Geowissenschaftler, Astronomen, Mathematiker und Mediziner profitieren ebenso wie Ingenieure und Klimaforscher davon. "Die Simulation hat sich neben der Theoriebildung und dem Experiment als dritte Säule der Wissenschaft etabliert", sagt Schavan. "Höchstleistungsrechnen hat damit die Art des Forschens verändert und die Entwicklung von Produkten vereinfacht."

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