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Mittwoch, 18.07.2012 11:01

Yahoo-Halbjahresbilanz: Der Karren steckt fest

aus dem Bereich Sonstiges

Die neue Yahoo-Chefin Marissa Mayer hat ein Unternehmen im Stillstand übernommen. An ihrem ersten Arbeitstag legte der Internetkonzern seine Zahlen für das gerade abgelaufene zweite Quartal vor. Die gute Nachricht: Es geht immerhin nicht mehr weiter abwärts. Die schlechte Nachricht: Es geht auch nicht voran.

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Stagnation und Jobabbau

Der Umsatz stagnierte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nahezu bei 1,2 Milliarden Dollar (1 Milliarde Euro). Der Netto-Gewinn fiel um 4 Prozent auf 227 Millionen Dollar (185 Millionen Euro), wie Yahoo am späten Dienstag bekanntgab. Als Ursache nannte das Unternehmen hohe Aufwendungen für den Umbau der Firma. Die Restrukturierung hatte noch Mayers geschasster Vorgänger Scott Thompson angestoßen, 2.000 von vormals 14.000 Arbeitsplätzen fallen weg.

Yahoo macht die starke Konkurrenz von Google und Facebook im Online-Werbegeschäft zu schaffen - weiterhin die wichtigste Einnahmequelle des Konzerns. Mit welchen Strategien die bisherige Google-Spitzenmanagerin Mayer nun gegensteuern will, bleibt unklar. Bislang wurde die 37-Jährige wenig konkret. Auch die Analysten erfuhren in der Telefonkonferenz zur Zwischenbilanz nichts Neues. "Weil dies Melissas erster Tag ist, wird sie nicht an dieser Telefonkonferenz teilnehmen", sagte Finanzchef Tim Morse. Die Analysten müssten sich mit ihren Fragen rund um die Strategie noch etwas gedulden. "Ich bin sicher, dass Sie bald von ihr hören werden."

Yahoo

Yahoo bleibt im Würgegriff der Konkurrenz

Yahoo hat schwierige Zeiten hinter sich: Einst stand das Unternehmen als Synonym für das Internet, doch dann wurde der Markt von neuen Akteure wie Google oder Facebook aufgerollt. Viele Nutzer wandten sich ab, gleiches galt für die Werbekunden. Erschwerend kamen interne Querelen hinzu. Yahoo-Mitbegründer Jerry Yang zog sich im Januar von allen Ämtern bei Yahoo zurück. Die daraufhin eingesetzte Carol Bartz wurde wegen Erfolglosigkeit vom CEO-Posten gefeuert, ihr Nachfolger Scott Thompson stolperte über einen falschen Titel in seinem Lebenslauf. Marissa Mayer ist damit binnen eines Jahres bereits Nummer Vier auf dem Chefsessel. Immerhin schaffte es ihr Vorgänger aber, den Abwärtstrend zu stoppen. Zuletzt lagen sowohl die Einnahmen aus grafischen Werbeanzeigen wie auch aus bezahlten Suchtreffern in etwa auf der Höhe des Vorjahreszeitraums. Seit Mai lenkte Spartenchef Ross Levinsohn kommissarisch das Unternehmen.

Mayer hatte das Ruder erst am Dienstagmorgen übernommen. Immerhin konnte sich die schwangere Managerin darüber freuen, dass Yahoo die Erwartungen der Analysten für das zweite Quartal übertraf. Nachbörslich stieg die Aktie. Das dürfte den Start in den wohl schwierigsten Job der Internetwelt etwas erleichtern. Mayer bringt jede Menge Erfahrung im Internetgeschäft mit und verfügt über gute Kontakte. Die Informatikerin hatte vor 13 Jahren gleich nach dem Studium bei Google angefangen und wurde das weibliche Gesicht des Suchmaschinen-Betreibers. Sie half mit, aus einem Startup den heutigen Internetriesen zu formen. Am Montag kündigte sie vollkommen überraschend. Im Oktober erwartet sie ihr erstes Kind.

Christian Wolf / dpa
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