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Mittwoch, 18.07.2012 08:01

Huawei: Chinas Stolz bleibt im Westen Außenseiter

aus dem Bereich Mobilfunk

Huawei ist das erste multinationale Unternehmen aus China, das westliche Technologiekonzerne auf ihren Heimatmärkten schlägt. Der zweitgrößte Telekommunikationsausrüster der Welt hat nur Probleme wegen seiner Wurzeln im aufstrebenden China, dem mit Misstrauen begegnet wird. "China ist kein Verbündeter der entwickelten Länder, sondern ein potenzieller Rivale", sagt David Wolf, Autor eines Buches über Chinas Telekommunikationsmarkt und Gründer des Beratungsunternehmens Wolf Group Asia (WGA). "Damit fühlen sich die Leute nicht wohl - und es öffnet Wettbewerbern und opportunistischen Politikern die Tür, Angst, Ungewissheit und Zweifel zu streuen."

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Ausschluss wegen Sicherheitsbedenken

In den USA, in Australien und jüngst in Deutschland wurde Huawei wegen nicht näher erläuterter "Sicherheitsbedenken" von Geschäften ausgeschlossen. Unternehmenskreise sehen ein "Totschlagargument". So hatte das Deutsche Forschungsnetz (DFN) den Auftrag für den Ausbau seines bisher mit Huawei betriebenen Wissenschaftsnetzes doch lieber an ein israelisches Unternehmen vergeben. Huawei wurde aus formellen Gründen gar nicht erst zur Ausschreibung zugelassen, doch inoffiziell beschieden, "die Sicherheitsanforderungen nicht zu erfüllen", wie es hieß. Auf Anfrage wollte sich DFN nicht zum Vergabeverfahren äußern.

Weltweit operiert Huawei mit 146.000 Mitarbeitern in mehr als 150 Ländern. Der Umsatz des größten chinesischen Privatunternehmens stieg 2011 um 11,7 Prozent auf 203 Milliarden Yuan, heute umgerechnet 25 Milliarden Euro - zwei Drittel davon im Ausland. Huawei expandiert in Smartphones und Tablet-Computer, will dieses Jahr 15 bis 20 Prozenht wachsen. 45 der 50 größten Telekom-Netzwerke der Welt arbeiten heute mit Ausrüstung von Huawei. "Ein solcher Erfolg lässt sich nicht erreichen, wenn die Kunden nicht deinem Unternehmen, deinen Mitarbeitern und deiner Technologie vertrauen", sagt Roland Sladek, Huawei-Sprecher am Hauptsitz in der Metropole Shenzhen in Südchina.

Westliche Konzerne sind längst in China angekommen

Die Verdächtigungen erscheinen unabhängigen Experten angesichts globaler Lieferketten auch nicht mehr zeitgemäß. Alle großen Telekom- und Informationstechnologiefirmen - selbst die Konkurrenten Ericsson, Cisco und Alcatel-Lucent - lassen heute in China fertigen, ohne dass jemand Sicherheitsprobleme befürchtet, wie die US-Denkfabrik American Enterprise Institute (AEI) in einer Studie zu Huawei hervorhebt. In Zeiten weltumspannender Informationsnetze, wo Hacker-Angriffe genau wie Industriespionage keine Grenzen kennen, sind "Freund" und "Feind" ohnehin nicht mehr so auseinanderzuhalten wie noch im Kalten Krieg.

Huawei wird gerne unterstellt, Beziehungen zum chinesischen Militär zu unterhalten. Dafür wird allein auf den Gründer Ren Zhengfei verwiesen, der einst als leitender Ingenieur in der Volksbefreiungsarmee tätig war und 1982 als Delegierter in den Volkskongress aufgenommen wurde. Er verließ 1983 die Armee, als sein Ingenieurcorps aufgelöst wurde, arbeitete erst für eine Ölfirma und machte sich dann 1987 selbstständig und gründete Huawei.

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