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Dienstag, 17.07.2012 00:01

Bloomberg: Banken bereiten o2-Börsengang vor

aus dem Bereich Mobilfunk

Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg plant der spanische Telefonkonzern Telefónica einen Börsengang seiner deutschen Tochter Telefónica Germany. Mit der Vorbereitung betraut seien laut Insider-Berichten die Banken UBS und JP Morgan. Erste Berichte über einen Börsengang des o2-Netzbetreibers hatte es bereits Ende Mai gegeben.

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Börsengang mit 20-Prozent-Anteil

Neue Details heizen die Gerüchteküche nun wieder an. Bloomberg zufolge wollen die Spanier 20 Prozent von Telefónica Germany mit einem Gesamtvolumen von etwa 1,5 Milliarden Euro bis Jahresende in den Aktienhandel bringen. Bei großer Nachfrage könne der Anteil aber auch größer ausfallen. Es sei zudem möglich, dass noch weitere Finanzinstitute einbezogen würden. Die bislang genannten Unternehmen verweigerten jeden Kommentar.

Europas größter Telekommunikationskonzern Telefónica leidet unter der Schwäche seines Heimatmarktes Spanien sowie einem Schuldenberg von 57 Milliarden Euro und hatte im Mai angekündigt, Teile seiner deutschen Tochter möglicherweise zu verkaufen. Telefónica Germany ist nach Vodafone, Deutsche Telekom und E-Plus die Nummer vier auf dem deutschen Markt.

Analysten warnen vor schwierigem Marktumfeld

Analysten sehen einen möglichen Börsengang dennoch kritisch. "Im derzeitigen Marktumfeld wäre das ein sehr schwieriges Unterfangen", sagte Nuno Matias vom portugiesischen Finanzdienstleister Espirito Santo. Potenzielle Investoren müssten von den langfristigen Perspektiven überzeugt werden. Zudem sei Klarheit darüber notwendig, ob es eine mögliche Verständigung mit dem mexikanischen Milliardär Carlos Slim bei der Konsolidierung der KPN-Tochter E-Plus geben könnte, so Matias.

Slim war es Ende Juni über den von ihm kontrollierten lateinamerikanischen Mobilfunkanbieter América Móvil gelungen, seinen Anteil an KPN auf insgesamt 28 Prozent aufzustocken. América Móvil zählt damit nun zu den Großaktionären der E-Plus-Muttergesellschaft und übt erheblichen Einfluss auf die Strategie der Niederländer aus. Zuvor versuchte KPN erfolglos, Telefónica zum Kauf von Aktienanteilen sowie zu einer Fusion der deutschen Töchter zu bewegen. Laut Bloomberg hatten Rating-Agenturen signalisiert, die Kreditwürdigkeit des ehemaligen spanischen Staatskonzerns drastisch herabzustufen, sollten zur Finanzierung eines solchen Deals weitere Schulden auflaufen.

Christian Wolf / Mit Material der dpa
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