Anzeige:

Donnerstag, 12.07.2012 19:41

VATM: EU-Regulierungspläne Gefahr für Netzausbau

aus dem Bereich Breitband

Die Deutsche Telekom vermietet die kupferbasierte Teilnehmeranschlussleitung (TAL), die sogenannte "Letzte Meile" von der Ortsvermittlungsstelle des Netzbetreibers zum Telefonanschluss des Nutzers, an etliche Wettbewerber. Das monatliche Entgelt für die TAL-Nutzung liegt derzeit bei 10,08 Euro. Mehr als eine Milliarde Euro an Entgelten für rund 9,6 Millionen Teilnehmeranschlussleitungen fließen damit jährlich in die Kasse des Bonners Konzerns. Die Wettbewerber pochen auf eine TAL-Senkung. EU-Kommissarin Nellie Kroes machte am Donnerstag in einem Memo dagegen neue Vorschläge zur Regulierung. Kroes ist nicht davon überzeugt, dass eine weitere TAL-Senkung die Investitionen in den Ausbau schneller Breitbandinfrastrukturen beflügelt. Sie spricht sich für stabile TAL-Entgelte aus. Kroes verweist darauf, dass der Glasfaserausbau gerade in solchen Ländern gut vorankomme, in denen die Preise für die Nutzung der Kupferleitungen im EU-Durchschnitt oder sogar darüber liegen. Der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) reagierte prompt und warnte vor einer Gefährdung des Breitbandausbaus durch die angedachten TAL-Preis-Pläne der EU-Kommissarin.

Anzeige

Künstlich hohe TAL verhindert Breitbandausbau

"Neelie Kroes geht mit ihrem Vorschlag, den Preis für die Teilnehmeranschlussleitung aus politischen Gründen nicht zu senken, aus Sicht des Wettbewerbs in die völlig falsche Richtung", kritisiert VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner. "Weiterhin künstlich hohe TAL-Entgelte werden einen schnellen Breitbandausbau in Deutschland be-, wenn nicht gar verhindern" so die Befürchtung des Verbandes.

Rund 80 Prozent des Wettbewerbs sind nach Angaben von Grützner auf den Zugang zur TAL angewiesen. Auf andere Infrastrukturen wie die Kabelnetze könnten die Anbieter "mangels Open-Access-Verpflichtung nicht zurückgreifen". Die Wettbewerber würden jährlich über die Hälfte der jährlichen Gesamtinvestitionen in Höhe von sechs Milliarden Euro stemmen, betont Grützner. Das müsse auch in Brüssel deutlich werden. Eine Senkung der TAL-Miepreise sei der stärkste Hebel, Breitband auf das Land zu bringen.

Wettbewerber können keine kostendeckenden Produkte mehr anbieten

"Das größte Problem ist, dass die Unternehmen beim jetzigen Preisniveau nicht mehr in der Lage sind, Endkundenprodukte kostendeckend anzubieten, weil die Vorproduktpreise hierfür zu hoch sind", erläutert Grützner. Der Preis für eine Doppelflat für Internet und Festnetz sei in vier Jahren um rund 50 Prozent gefallen. Die Mietpreise der Telekom wurden dagegen nach Angaben des VATM nur um rund fünf Prozent gesenkt.

"Allein die Ankündigung auf sinkende marktkonforme Preise verzichten zu wollen, wird nicht nur Milliardeninvestitionen in neue Netze verhindern, sondern auch die Erreichung der Breitbandziele der Bundesregierung stark gefährden. Diese sind nämlich nur erreichbar, wenn die Kupfernetze aufgerüstet werden können", warnt der VATM-Geschäftsführer.

Jörg Schamberg
Kommentieren (Neuen Kommentar verfassen):
 Schwachsinn. (4 Beiträge) 
    Zuletzt kommentiert von thomaspen am 15.07.2012 um 21:18 Uhr
 Suche

  News
Samstag, 30.08.2014
Fit mit Internet: Das Geschäft der Online-Fitness-Anbieter
Drohnen, die Pakete ausliefern: Von der Zukunftsvision zur Realität
Konsequenz aus NSA-Affäre: Bundesländer fordern No-Spy-Garantie von IT-Firmen
Selfie in Auschwitz? Offenbar kein Einzellfall
Digitale Fankultur: Elf Millionen Fußball-Fans fiebern im Netz mit
Freitag, 29.08.2014
Grünes Licht: EU segnet E-Plus-Kauf durch Telefónica Deutschland endgültig ab
Endstation: Microsoft stellt MSN Messenger nach 15 Jahren komplett ein
Mobiler Hotspot Goodspeed: "Pro" Tarif erlaubt bald Ratenzahlung
Vormerken: Apple zeigt Neuheiten am 9. September
Kampf gegen Taxi-Branche: Fahrdienst-App Uber expandiert munter weiter
Samsung Gear S: Die Smartwatch navigiert mit HERE-Karten
DeutschlandSIM: 1-GB-Allnet-Flatrate kurze Zeit für 14,95 Euro
Doppeltes Highspeed-Datenvolumen für junge Leute bei o2 - im September sogar dreifaches
Projekt Wing: Auch Google entwickelt automatische Drohnen für Warenlieferung
Telekom: Telefonie-Störung behoben - Taskforce soll Fehler analysieren
Weitere News
DSL = Schnell
Diese Gleichung geht leider nicht immer auf. Manchmal liefert der Internetprovider nur Schneckentempo.
Die Suche nach dem richtigen Internetanschluss kann dann schnell Nerven kosten. Welche DSL Flatrate ist nun die Richtige?
Vielleicht ist auch mobiles Internet eine gute Alternative zum DSL Internet.
Internet TV
Mit Kabel oder VDSL per Internet TV aufregende Unterhaltungsangebote nach Hause holen.
Nicht nur mit 1und1 VDSL, T-Home VDSL oder Vodafone VDSL gibt es rückelfreies TV Programm.
Auch die Kabelnetzbetreiber haben gute Angebote.
DSL Geschwindigkeit
DSL Speedtest gemacht? Schlechtes Ergebnis erhalten?
Vielleicht zum schnellen VDSL wechseln und 1&1 VDSL, Alice VDSL, Telekom VDSL oder Vodafone VDSL Verfügbarkeit überprüfen.
Auch Kabelanbieter haben interessante Tarifangebote - Hier gibt es alle günstigen Provider auf einen Blick.
© 1999-2014 onlinekosten.de GmbH :: Datenschutz :: Impressum :: Leistungsschutzrecht :: Presse :: Jobs