Anzeige:
Mittwoch, 11.07.2012 18:16

EU will grenzenlose Musik-Downloads ermöglichen

aus dem Bereich Sonstiges

Die EU macht sich für den grenzenlosen Musikgenuss im Internet stark. Komponisten und Texter sollen mehr Schutz erhalten. Strengere Regeln sollen Verwertungsgesellschaften wie GEMA & Co. kontrollieren. Bis das neue Gesetz gilt, dürften aber noch Jahre vergehen.

Anzeige

Schnellerer Zugriff auf Filme und Musik

Europas Internetnutzer sollen Musik bald leichter und grenzenlos aus dem Internet herunterladen können. Die EU-Kommission will mit einem neuen Gesetz dafür sorgen, dass jeder europäische Hit künftig in allen EU-Ländern zugänglich ist. EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier präsentierte am Mittwoch in Brüssel einen Vorschlag (PDF), der die Urheberrechte von Autoren und Künstlern für Videos und Musik im Internet stärkt. Als Folge werde das Angebot wachsen, sagte Barnier. Filme, Musik und Nischen-Songs wären den Verbrauchern dann schneller zugänglich.

"Früher hat man eine CD im Laden gekauft - heute gibt es iTunes, die ein Lied in alle 27 Ländern verkaufen und dafür die Lizenz von 27 Behörden brauchen", sagte Barnier. Oft dauere dieses Verfahren lange, so dass ein Song lange Zeit nur im eigenen Land per Mausklick zu kaufen sei. Die Kommission will dies mit länderübergreifenden Online-Lizenzen ändern. "Junge Leute dürfen nicht länger gezwungen sein, Musik woanders zu suchen", so der Kommissar. Geistiges Eigentum und Kreativität müssten besser gewürdigt und bezahlt werden. Dem Vorschlag müssen das Europaparlament und die Mitgliedsstaaten noch zustimmen. Dies dürfte ein bis zwei Jahre dauern, danach müssen die Staaten die Vorgaben in nationales Recht umsetzen.

Strengere Regeln für GEMA und Co

Die EU-Kommission will Verwertungsgesellschaften wie die deutsche GEMA mit der neuen Richtlinie strengeren Regeln unterwerfen, damit Autoren schneller ihr Geld erhalten und einen besseren Service bekommen. Barnier bemängelt, dass es oft lange dauert, bis die Gesellschaften Geld an die Rechteinhaber ausschütten. Brüssel will unabhängige Aufsichtsgremien, detaillierte Berichte über die Erlösquellen und die Verwendung der Mittel sowie Auszahlungsfristen vorschreiben.

In der EU vertreten mehr als 250 Verwertungsgesellschaften die Rechte von Komponisten und Textautoren von Musikstücken. Im Auftrag der Musiker kassieren sie Gebühren etwa für das Abspielen ihrer Titel und schütten diese aus - jährlich summiert sich dies nach EU-Angaben auf 6 Milliarden Euro. In Deutschland ist das die GEMA. Eine Organisation, die europaweit Urheber vertritt, gibt es nicht

EU-weite Lizenzierung von Rechten

Nach Barniers Willen sollen Verwertungsgesellschaften die von ihnen vertretenen Rechte künftig EU-weit lizenzieren. Dafür können sie Unternehmen mit der Abwicklung und Abrechnung von Lizenzen beauftragen oder sich mit anderen Gesellschaften zusammenschließen. Ist ein Urheber mit seiner Verwertungsgesellschaft nicht zufrieden, soll das neue Gesetz ihm das Recht garantieren, sich von einer anderen Gesellschaft in einem anderen Land bei der EU-weiten Online-Nutzung vertreten zu lassen.

Jörg Schamberg / dpa
Kommentieren (Neuen Kommentar verfassen):
 Gerechtere Entlohnung der Autoren (0 Beiträge) 
    Zuletzt kommentiert von Ashrak2010 am 12.07.2012 um 00:37 Uhr
 Suche

  News
Sonntag, 26.04.2015
Industrie 4.0: Trumpf erwägt App-Store für Industrie-Software
SAP-Mitgründer Dietmar Hopp wird 75: "Ich habe zu viel angefangen"
"NYT": Russische Hacker hatten Zugriff auf E-Mails von Obama
Samstag, 25.04.2015
Carsharing außerhalb der Metropolen bleibt schwierig
Google Maps: Androide uriniert auf Apple-Logo
RTL Samstag Nacht: Stars feiern Wiedersehen im Internet
Selfies und Lifelogging: Kunst für die "Generation Kopf unten"
Expertenkommission möchte Netzneutralität kippen
Schwacher Start für Jay Z's Streaming-Dienst Tidal
Freitag, 24.04.2015
"Spiegel": Bundestrojaner des BKA ist im Herbst einsatzbereit
Hacker-Attacken: Intel-Manager schlägt Sicherheitsbranche gemeinsamen Schutzwall vor
Comcast sagt Fusion mit Time Warner ab
Nur jede vierte Firma in Deutschland nutzt Highspeed-Internet mit mindestens 30 Mbit/s
"WSJ": EU könnte neuen Regulierer für mächtige Internetkonzerne schaffen
DeutschlandSIM: LTE-Allnet-Flats ab 12,99 Euro - bis zu 10 GB LTE-Datenvolumen
Weitere News
Mobiles Internet
Mobiles Internet via UMTS bietet schnellen Surfspaß für unterwegs.
Selbst ohne WLAN schnell mobil surfen oder Internet TV auf dem Handy genießen.
UMTS hält in jedem Speed Test problemlos mit.
Handy ohne Vertrag
Zu einem neuen Prepaid-Tarif fehlt meist nur noch das dazu passende neue Prepaid Handy.
Ein Handy ohne Vertrag muss dabei keineswegs teuer sein.
Inzwischen bekommt man ein günstiges Klapphandy oder sogar ein Touchscreen Handy ohne zuviel ausgeben zu müssen.
© 1999-2015 onlinekosten.de GmbH :: Datenschutz :: Impressum :: Leistungsschutzrecht :: Presse :: Jobs