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Donnerstag, 05.07.2012 17:17

Händler muss 1 Million Euro an Nintendo zahlen

aus den Bereichen Computer, Sonstiges

Nintendo ist vor dem Landgericht München ein harter Schlag gegen die illegale Verbreitung schwarzkopierter Originalspiele für die Spielekonsolen der DS-Serie gelungen. In einer Entscheidung vom 20. Juni dieses Jahres verurteilten die Richter einen Händler sogenannter Slot-1-Karten zur Zahlung eines Schadensersatzes von 1 Million Euro.

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Kopierschutz kann umgangen werden

Die Karten sind unter Bezeichnungen wie R4, DSTT oder Acekard im Internet erhältlich und ermöglichen es unter anderem, die Anti-Piraterie-Technologie des Nintendo DS sowie der zugehörigen Originalspiele zu umgehen. So lassen sich illegal kopierte Spieletitel etwa aus dem Internet herunterladen und über herkömmliche SD-Speicherkarten starten. Nintendo geht daher seit Jahren gegen die Verbreitung der Slot-1-Adapter vor und hat allein in Deutschland bereits 22 Gerichtsentscheidungen gegen ihren Import sowie Verkauf erwirkt.

Gleichlautende Richtersprüche sind nach Angaben des Unternehmens auch in zahlreichen anderen Ländern ergangen, darunter Belgien, den Niederlanden, Frankreich, Italien, Japan, Spanien oder Großbritannien. Nachhaltig eingedämmt hat dies das Geschäft mit den Adaptern aber bislang offenbar nicht. Ob das neue Urteil eine stärkere Signalwirkung entfaltet, bleibt abzuwarten.

Nintendo begrüßte die Entscheidung jedoch als wichtigen Schritt. Man führe derartige Prozesse nicht nur aus Eigeninteresse, sondern auch im Namen der mehr als 1.400 Spiele-Entwicklerfirmen. Diese seien auf den legalen Verkauf ihrer Titel angewiesen. Ob das aktuelle Urteil bereits rechtskräftig ist, teilten die Japaner nicht mit.

Christian Wolf
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